181
Siebzehntes Rapitel.
Di Stunde der Abreiſe nach Schottland war immer näher gerückt. Ottokar war mit Einpacken beſchäftigt, wobei ihm Severin an die Hand ging. Er hatte ſich ſeit geſtern mit dem romantiſchen Ausfluge mehr be⸗ freundet. In ſeiner Phantaſie ſaß er ſchon im alter⸗ thümlichen Schloſſe zu Abbotsford, dem Lieblingsauf⸗ enthalte Walter Scott's.
„Er hat zwar ein unverantwortlich ſchlechtes Buch über Napoleon geſchrieben,“ ſprach er,„aber beſuchen müſſen wir den Alten doch. Er bleibt immerhin eine intereſſante Perſonage und ſoll ſelbſt hübſche Töchter haben. Ich bin neugierig, wie er ſich über unſere glorreiche Julirevolution expectoriren wird. Die iſt ge⸗ wiß nicht nach ſeinem Sinne; Sir Walter iſt Tory durch und durch. Mit dem Miniſterium Wellington's iſt es auch zu Ende; die Whigs kommen ans Ruder und auch für Altengland wird der Tag der Freiheit tagen. Das Alles haben drei Tage bewerkſtelligt.“
Ottokar erkundigte ſich jetzt, ob Severin keine Nach⸗ richten aus Deutſchland in den Journalen geleſen habe?
„Es ſcheint daſelbſt nicht ganz richtig zu ſtehen,“⸗ meinte der Gefragte,„nach mehreren franzöſiſchen Blät“ tern ſollen ſogar ernſtliche Unruhen ausgebrochen ſein; aber den hieſigen Journalen iſt in ſolchen Berichten nicht zu trauen; ſie ſind gewöhnlich voller Lügen und Uebertreibungen. Eine Schenkenprügelei, wo die Po⸗ lizei zur Thür hinausgeworfen wird, gilt ihnen ſchon für eine Revolution; und wird von den Beſoffenen eine Laterne dabei zerbrochen, ſprechen ſie gleich von


