„Warum?“ meinte Ottokar. „Mein Gott,“ erwiderte ärgerlich Severin,„wenn der Beherrſcher Frankreichs ſo freundſchaftlich ſich mit unſer einem unterhält, muß es ſeine beſondere Bewandt⸗ niß haben.“
„Welche Bewandtniß?“ frug der Andere.
„Wir treten unſer Glück mit Füßen,“ fuhr Seve⸗ rin fort,„wenn wir über Hals und Kopf ein Land verlaſſen, deſſen Monarch uns ſo huldreich entgegen trat. Es iſt das eine Beleidigung für ihn. Es kommt heraus, als verachteten wir ſeine Zuvorkommenheit.“
Ottokar, der nicht das erſte Mal einem Fürſten im Geſpräch gegenüber geſtanden hatte, beruhigte den leicht erregbaren Freund über ſeine Beſorgniſſe. Dieſer aber wollte Ottokar's Worte nicht einleuchtend finden, ſchüt⸗ telte wiederholt den Kopf, und ſchien namentlich damit nicht zufrieden, daß Ottokar, trotz der Freundlichkeit Ludwig Philipp's, auf der Abreiſe nach Schottland beſtand.
Die beiden Freunde verweilten noch geraume Zeit auf dem glänzenden Balle, machten noch manche in⸗ tereſſante Bekanntſchaft und kamen erſt ſpät nach Hauſe. Severin verwünſchte die ſchottiſche Reiſe von ganzem Herzen. Doch hatte er ſeinen Freund viel zu lieb und war ihm zu treu ergeben, als daß er ſich ſeine Anti⸗ pathie gegen Schottland von Neuem hätte merken laſſen.


