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Der König, welchem der ſtattliche junge Mann auffiel, trat freundlich auf ihn zu und redete ihn fran⸗ zöſiſch an.
Ottokar antwortete mit beſcheidener Feſtigkeit.
Sogleich erkannte der Monarch an der Ausſprache, daß er einen Deutſchen vor ſich habe und ſetzte nun das Geſpräch in deutſcher Sprache fort.
„Die edle deutſche Nation,“ ſprach er,„hat ſtets mein ungetheiltes Intereſſe in Anſpruch genommen; ich liebe ihren Charakter, ihre Sprache und bewundre deutſche Wiſſenſchaft und Kunſt. Deutſchland iſt das Land der Philoſophen.“
„Ew. Majeſtät,“ erwiderte Ottokar,„haben ſehr wahr geſprochen; es fehlt uns jenſeits des Rheins we⸗ der an Denkern noch Schulmeiſtern und doch haben wir von den Franzoſen noch ſehr Viel zu lernen.“
„Es iſt mein Wunſch,“ verſetzte Ludwig Philipp, „daß beide Völker bei einander in die Schule gehen.“
„Dies iſt der Wunſch Aller,“ antwortete Ottokar, „die es wahrhaft gut mit beiden Nationen meinen. Je mehr ſie ſich beiderſeits kennen lernen, um ſo mehr werden ſie ſich auch beiderſeits verſtehen und achten lernen, welches der Grund jeder wahrhaften Freundſchaft iſt.“
„Was in meinen Kräften ſteht,“ ſprach der Mo⸗ narch,„dieſem ſchönen Ziele immer näher zu kommen, will ich gerne thun.“
Mit dieſen Worten drückte er Ottokar'n die Hand und ſchritt mit Lafayette weiter.
Severin hatte in des Königs Gegenwart kaum zu athmen gewagt; ſobald dieſer ſich aber entfernt hatte, umarmte er leidenſchaftlich den Freund.
„Nun haſt Du hoffentlich Schottland vergeſſen?“ frug er.


