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Als die Polonaiſe vorüber war, traf Ottokar wie⸗ der mit Severin zuſammen, und die Zwei wandelten die prachtvollen Säle auf und ab.
„Das muß man den Franzoſen laſſen,“ ſprach Barthel,„zu leben verſtehen ſie. Betrachte einmal dieſe zahlreiche Bourgoiſie, dieſe vielen Epiciers; man merkt es ihnen kaum an, daß ſie ſich zum Erſtenmal auf dem Parket eines königlichen Salons bewegen. Anſtand und Grazie ſcheint ihnen angeboren; ich möchte einmal in Deutſchland ſehen, wenn unſere Bäcker- und Fleiſcher⸗ frauen auf dem Hofballe tanzen ſollten, welche Rolle ſie dabei ſpielen würden. Das macht aber, weil ſich das Volk frei fühlt, weil es ſich ſeiner Kraft und Würde bewußt iſt. In Deutſchland iſt Demuth die Livree des Bürgerſtandes, ſobald er einem Vornehmern gegenüberſteht und Aufgeblaſenheit, ſobald er es mit ſeines Gleichen oder Niedriggeſtelltern zu thun hat.“
Ottokar mußte lächeln über dieſe philoſophiſchen Betrachtungen Freund Severin's; denn Niemand ward durch das Lächeln oder wohlwollende Wort eines Fürſten mehr beglückt als er.
Der König Ludwig Philipp trat in dieſem Augen⸗ blicke an Lafayette's und General Gerard's Seite in den Sagl.
„Um Himmels willen Seine Majeſtät,“ raunte Barthel Ottokar'n zu, und nahm ſogleich die ehrerbie⸗ tigſte, devoteſte Stellung an.
„Was iſt's weiter?“ frug dieſer ruhig und be⸗ trachtete ohne Befangenheit den Mann in der Nähe, welchen das Schickſal ſo urplötzlich und wider alles Er⸗ warten eine Krone auf das Haupt geſetzt hatte.


