Teil eines Werkes 
Supplemente 1. Band, Der Weltbürger : historischer Roman aus den Jahren 1830-1832 : 1. Theil (1857)
Entstehung
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zöſiſchen Volke feindlich galt, fand bei der Familie Orleans der entgegengeſetzte Fall ſtatt.

Darum war auch auf dem Balle, welchen der neue König in ſeinem Palaſte veranſtaltet hatte, keine Spur von jener ängſtlichen Etiquette, wie ſie ſonſt am fran⸗ zöſiſchen Hof als für unerläßlich gehalten wurde, an⸗ zutreffen. Dieß galt bis auf die Kleidung herab. Nur äußerſt ſelten wurde ein Gallakleid oder ein ſonſt eti⸗ quettegemäßes Hofkleid in der zahlreichen Verſammlung wahrgenommen. Der König ging in die Uniform der Pariſer Nationalgarde gekleidet und ſämmtliche gela⸗ dene Nationalgarden erſchienen en grand tenue ihrer Corps. Die Prinzen trugen die Uniform ihres Re⸗ giments; und die Deputirten der geſetzgebenden Kam⸗ mern, Beamtete, Journaliſten und Künſtler, die ſich ſämmtlich in Maſſe eingefunden, wandelten in einfach ſchwarzem Frack auf und nieder.

Es war, als wenn ſeit den drei Julitagen ein halb Jahrhundert dahingegangen wäre, ein ſo völlig anderes Anſehen hatte der franzöſiſche Hof gewonnen. Durch den Austritt des alten legitimiſtiſchen Adels, welcher den alten Hof wie eine Ringmauer umgürtete, war die jetzige königliche Familie dem Bürgerthum um vieles zugänglicher geworden und näher getreten.

Eine neue Aera ſchien über Frankreich heraufgebro⸗ chen. Eine verbeſſerte und freiere Verfaſſung umſchlang Fürſt und Volk und mit der zweiten franzöſiſchen Re⸗ volution hatten ſich die ſchönen Träume jener Natio⸗ nalverſammlung, welche die Morgenröthe einer neuen Zeit an Europa's Horizonte emporführte, verwirklicht.

Wenn ein Orkan das Weltmeer zur Brandung ge⸗ bracht, ſo grollen die empörten Wellen noch lange, bevor ſie völlig geſtillt in ihr Bett zurücktreten, ſo auch gab es noch viele durch den Kampf entzündete