Teil eines Werkes 
Supplemente 1. Band, Der Weltbürger : historischer Roman aus den Jahren 1830-1832 : 1. Theil (1857)
Entstehung
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zaubernden Ballmelodieen und die zahlreichen Gäſte wog⸗ ten in bunter Mannigfaltigkeit durcheinander; aber be⸗ trachtete man das Publikum genauer, wie verſchieden war es von dem, das ſich vor einigen Wochen in die⸗ ſen Sälen verſammelte, wo der damalige Herzog von Orleans, zu Ehren der königlichen Gäſte von Neapel, einen Ball veranſtaltet hatte.

Nirgend erblickte man heute jenen alten, ſtolzen Adel Frankreichs, jene vornehme Grandezza mit cheva⸗ leresken Manieren, jene reichen ſchweren Toiletten, aus der Faubourg Saint Germain. Verſchwunden wie mit einem Zauberſchlage, waren jene gepuderten Marquis, jene ſteifen, ſüßlächelnden Repräſentanten der Legitimität und des ancien régime; jene ſtolzen Her⸗ zoginnen, welche den napoleoniſchen gefürſteten Adel nur mit bemitleidenden Blicken betrachteten. Dahin war die ganze Herrlichkeit und Zauberpracht des alt⸗ franzöſiſchen Königthums, und inmitten der Bürger von Paris, welche ſich in Nationalgardenuniform zahl⸗ reich eingefunden hatten, ging der König, der Bürger⸗ könig Ludwig Philipp, mit heitrer Miene auf und ab, aller zwei Schritte ſtehen bleibend, ſich mit den Ballgäſten unterhaltend und ihnen häufig die Hand drückend.

Verſchwunden zugleich mit dem hohen Adel Karl's des Zehnten war der größte Theil des diplomatiſchen Corps. Nur der engliſche Botſchafter und der Ge⸗ ſandte Nordamerika's waren anweſend; denn das brit⸗ tiſche wie das nordamerikaniſche Volk hatte den Bür⸗ gerkönig bereits anerkannt, was bei den übrigen Mäch⸗ ten noch nicht der Fall war.

Auf jenen purpurrothen, golddurchwirkten Eſtraden hatten heut wacker herausgeputzte Bürgerfrauen, Her⸗ zoginnen, Gräfinnen, Baroninnen der Kaiſerzeit, Frauen