Teil eines Werkes 
Supplemente 1. Band, Der Weltbürger : historischer Roman aus den Jahren 1830-1832 : 1. Theil (1857)
Entstehung
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mit unheimlichem Blicke vorwärts und gleich darauf ſtürzte Rowinow mit klaffender Bruſtwunde zu Boden.

Mörder! ſchrie der polniſche Secundant und eilte außer ſich auf den Gefallenen zu. Der Wundarzt unter⸗ ſuchte die Wunde und erkannte ſie für unbedingt tödtlich.

Er lebt keine Viertelſtunde mehr, ſprach er leiſe zu Kalinski.

Dieſer erhob ſich jetzt und wandte ſich zu Guido, welcher wie im träumenden Zuſtande herangetreten war und die traurige Gruppe mit einer Art Apathie betrachtete.

Noch feſſeln mich heilige Pflichten an das Leben, ſprach er im markigen, erſchütternden Tone,aber bald ſind ſie erfüllt und dann fordere ich Genugthuung für den Mord, welchen Sie an meinem Freunde be⸗ gangen haben. Wir werden uns in Kurzem wieder ſehen, mir ſagt es mein inneres Geſicht; aber wo wir auch zuſammentreffen, ich werde Ihnen ſtets als Feind gegenüberſtehen.

Mit dieſen Worten wendete er Guido den Rücken und kniete wieder zu dem Gefallenen nieder, mit wel⸗ chem ſich der Wundarzt ununterbrochen beſchäftigte.

Der ſonſt ſo leicht aufbrauſende Guido hatte die beleidigende Rede mit ſtoiſchem Gleichmuthe hingenom⸗ men. Er ſtarrte unverwandt nach dem am Boden lie⸗ genden Opfer und kein Wort kam über ſeine Lippen.

Herr von Rowinow, der ſich jetzt mit Hülfe des Arztes halben Leibes erhoben, übergab dem weinenden Kalinski ein ſauber geſticktes Portefeuille.

Es enthält meinen letzten Willen, ſprach er leiſe, Du weiſt, Feodor, was Du nach meinem Tode zu thun haſt. Ihnen, Herr Graf von Hohenſtein, ver⸗ gebe ich; ich nehme keinen Groll mit hinüber und wünſche nur, daß ſie der Himmel vor dereinſtiger Reue bewahren möge.