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Junſzehntes Rapitel.
Es war ein ſchöner Auguſtmorgen; das Morgenroth, welches immer röther am Horizonte emporbrannte, be⸗ leuchtete das noch ſchlummernde Paris. Im Schatten des Boulogner Gehölzes ſchritten drei Männer, in Män⸗ tel gehüllt, ſchweigend auf und ab. Es waren Guido, Ottokar und Arthur.
„Ein thöriger Kampf,“ begann Ottokar nach lan⸗ gem Schweigen;„ein Weſen wie dieſe Montfort, ver⸗ dient nicht, daß zwei brave Männer ihretwillen um Leben und Tod würfeln.“
Guido antwortete lange nicht. Endlich ſprach er:
„Warum ſoll ich an einem Menſchen nicht Rache nehmen, der mir meinen irdiſchen Himmel zertrüm⸗ merte?“
„Still,“ gebot Arthur,„ich höre Fußtritte; wenn ich nicht irre, naht Ihr Gegner, Guidv.“
Am Ende der Pappelallee wurden jetzt ebenfalls drei Geſtalten ſichtbar, die ſich eilends näherten. Es waren der Attaché bei der ruſſiſchen Geſanbſchaft, Herr von Rowinow, ſein Secundant ein junger Pole, Namens Kalinski und ein Wundarzt.
Durch Intervention der beiderſeitigen Secundanten wurde, jedoch nicht ohne Widerſtreben von Seiten Guido's der mörderiſche Charakter des bevorſtehenden Zweikampfes in ſo weit gemildert, daß nur dreimaliger Kugelwechſel ſtattfinden ſollte. Der Antrag des Polen Kalinski auf eine friedliche Ausgleichung, ohne Duell, ward von beiden Duellanten zurückgewieſen. So ſchritt man zur Sache.
Die Barrieren wurden abgeſteckt; die beiden Geg⸗ ner nahmen die von den Secundanten bezeichneten Plätze ein. Mit hochklopfendem Herzen hatte Ottokar


