Teil eines Werkes 
Supplemente 1. Band, Der Weltbürger : historischer Roman aus den Jahren 1830-1832 : 1. Theil (1857)
Entstehung
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wenn ich nicht Ihre Abweſenheit befürchtete; Sie ſind zu häufig auswärts.“ Roswitha von der Ausſicht eines fürſtlichen Beſuches in den Himmel erhoben, erwiedert ſogleich:„Hoheit, in der Hoffnung einer ſo ausgezeich⸗ neten Ehre, werde ich'mein Schloß nicht eher wieder verlaſſen, bevor nicht die reizende Hoffnung in Erfül⸗ lung gegangen.“„Wohlan,“ erwiederte der Prinz,„ſo komme ich die nächſten Tage.“ Die Gräfin fuhr be⸗ glückt nach ihrem Schloſſe zurück, ließ für den fürſt⸗ lichen Beſuch Alles auf das Schönſte vorbereiten, und verließ, ihrem Verſprechen gemäß, die Behauſung nicht wieder. Da traf die Nachricht ein, daß der Prinz ge⸗ fährlich erkrankt ſei. Eine Erkältung auf dem letzten Balle hatte ihn auf das Siechlager, was nach wenig Tagen ſein Todtenlager ward, geworfen. Von jetzt an bezog die Gräfin das Gemach, welches ſie noch heute bewohnte, und ſie hat ſeit der Zeit das Schloß nicht wieder verlaſſen. Sie glaubte, ihr Wort halten zu müſſen, und ſo machte ſie ſich aus eigenſinniger Laune die ganze übrige Zeit ihres Lebens zur freiwilli⸗ gen Gefangenen.

Die Heftigkeit ihres Charakters, die in früherer Zeit oft in Jähzorn ausartete, war ihr ſelbſt im hohen Greiſenalter noch verblieben; nur daß die Zornausbrüche jetzt weniger gefährlich waren. Ehedem, wenn Ros⸗ witha vielleicht nur durch ein leichtes Verſehen der Dienerſchaft gereizt wurde, trug ſie kein Bedenken, die ſchärfſten Meſſer, und was ihr unter die Hand kam, nach dem Gegenſtande des Mißfallens zu ſchleudern. Hatte ſie doch einmal auf der Jagd einen Jägerbur⸗ ſchen, der nicht augenblicklich ihrem Befehle Gehorſam leiſtete, dnrch einen Piſtolenſchuß todt zu Boden geſtreckt. In ſpäterer Zeit war, wie erwähnt, ihr Zorn von ge⸗ ringerer Gefahr. Sobald ſie heftig gereizt ward, fiel