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lange nachſchaute;„wohlan, Du biſt für mich verlo⸗ ren; aber dafür iſt mir auch der ſchönſte Beruf ge⸗ worden, der nur einem Sterblichen werden kann. Muß ich auf die Seligkeit Deiner Liebe verzichten, ſo ſoll mir der Gedanke, den Liebling Deiner Seele zu ſchir⸗ men und zu ſchützen und ihn in Deine Arme zurück⸗ zuführen, jene Seligkeit erſetzen. Mein Beruf iſt ent⸗ ſchieden: Du, Geliebte meines Herzens, haſt ihn aus⸗ geſprochen; wohlan— ich will ſein Engel ſein.“
Die Sonne ſtand kaum noch eine Handbreit über den Bergen. Flur und Wald lagen in roſenfarbener Verklärung; da ſtieg Ottokar, die Bruſt um eine Seligkeit reicher, in das Thal hinab zu den Wohnun⸗ gen der Dorfbewohner.
Zweites Rapitel.
Unr der alten Linde vor ſeinem Häuschen, welches das letzte im Dorfe war, ſaß der alte Hufſchmied, Nicodemus mit Namen, und ſchaute hinüber nach den Zinnen des Hohenſteins, welche von der Abend⸗ ſonne beſchienen in rothen Flammen ſtanden. War auch das Haupthaar des Mannes ſchneeweiß von Jahren und Kummer, ſo erſchien doch ſein Körper noch kraft⸗ voll und rüſtig, und täglich hörte man ihn in ſeiner Werkſtätte den gewichtigen Hammer ſchwingen, gleich einem jungen Geſellen.
Des Tages über, während ſeines Geſchäfts, war Nicodemus wortkarg und mürriſch; ſobald aber die Abendſonne über den Bergen ſtand, und das Tagewerk


