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Das Geſpräch, wie unbefangen es begonnen hatte, wollte doch keinen rechten Fortgang nehmen. Otto⸗ kar hatte ſo oft im Geiſte voller Beredtſamkeit zu der ſchönen Coufine geſprochen, und jetzt, wo er ihr unter vier Augen gegenüber ſtand, wußte er nicht, wie er dieſen eingebornen Engel würdig unterhalten ſollte.
Veronika, durch das eingetretene Stillſchweigen des Jünglings gleichfalls beengt, that jetzt ſehr beſorgt um Rafaelen. Sie fürchtete, die Schweſter möchte ſich verirrt haben, obſchon an eine Gefahr in dem kleinen Wäldchen nicht zu denken war. Wiederholt erſcholl der Name der Schweſter aus ihrem Munde; aber keine Antwort erfolgte.
„So wollen wir ſie aufſuchen,“ gab Ottokar den Rath,„der Park iſt nicht groß; wir haben ihn bald durchſucht.“
„Gott,“ ſprach Veronika, als Rafaele noch immer nicht antwortete,„es wird ihr doch kein Unglück wider⸗ fahren ſein? man erzählt von giftigen Schlangen, die es hier geben ſoll.“
Ottokar tröſtete und verſicherte, daß die hieſigen Schlangen, eine ganz kleine Otternart, ſich nur äußerſt ſelten zeigten und daß ſelbſt ihr Biß völlig unſchädlich ſei. Zugleich nahm er ſich vor, aus Mangel an Stoff zur Unterhaltung, die reizende Couſine mit ſeiner be⸗ vorſtehenden Abreiſe bekannt zu machen.
„Wiſſen Sie auch, Veronika,“ begann er, nach⸗ dem ſie eine Zeitlang ſtumm neben einander den Park entlang gegangen waren,„das Ergebniß der vorigen Unterredung mit dem Vater?“
„Nein,“ erwiederte die Couſine,„Rafaele und ich haben uns vergeblich den Kopf zerbrochen.“
„Die Unterredung betraf den Guido,“ ſprach Ottokar.


