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„daß die Regierung einmal Energie entwickelt, dieſe aber⸗ witzigen Ideologen zur Ruhe verweißt, den vorlauten Zeitungsſeriblern den Mund ſtopft und den übrigen re⸗ volutionairen Pöbel allenfalls mit Kanonen die Köpfe zu rechte ſetzt. Ich bin immer der Meinung geweſen, daß Revolutionen nie durch Conzeſſionen, ſondern al⸗ lein mit Gewalt von Grund aus zu heilen ſind.“
„Das verhüte der Himmel,“ gegenredete der junge Mann,„daß es die franzöſiſche Regierung zu dieſem Aeußerſten kommen ließe; dann könnte den Bourbo⸗ nen leicht das Haus über dem eignen Kopfe anbrennen.“
„Aber man kann doch von einer Regierung nicht verlangen,“ ſprach der Graf etwas gereizt,„daß ſie ſich täglich den hochverrätheriſchen Angriffen ihrer eignen Deputirten und den Ausfällen einer ſchamloſen Preſſe Preis giebt. Was hat ſich das Miniſterium Polignac ſeit ſeinem kurzen Beſtehen nicht alles ſagen laſſen müſſen. Iſt ein ſolcher Zuſtand etwa beſſer, als wenn die Regierung ihren Feinden den offenen Fehdehandſchuh hinwirft und es auf den offenen Kampf ankommen läßt?“
Ottokar, welcher die felſenfeſten, politiſchen An⸗ ſichten ſeines Vaters zu gut kannte, als daß er hoffen konnte, ihn durch Gegenrede eines Beſſern zu beleh⸗ ren, und den bejahrten Mann nicht in Zorn bringen wollte, entgegnete daher nichts weiter. Der Graf, welcher dieſes Schweigen zu ſeinem Gunſten auslegte, ſprach ruhiger:
„Ich weiß es, mein Sohn, auch Du biſt von den neuen Ideen, die ſo viel Unglück über die Menſchheit gebracht haben, nicht ganz frei geblieben; es iſt dieß ein Fehler der Jugend, welcher täglich abnimmt. Dar⸗ um fürchte ich Deine ſogenannten„liberalen“ Anſich⸗ ten nicht, weil ich weiß, daß Du in ſpäteren Jahren ganz zu meiner Denkweiſe zurückkehren wirſt.“


