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Herzens iſt, zu erfüllen und den Bruder wo möglich vor Gefahren zu ſchirmen. Bei Guido's gutem Herzen iſt mit Güte viel auszurichten und hoffentlich ſtehen die Sachen nicht ſo ſchlimm, als ſie Dein Freund aus Paris geſchrieben hat. Du weißt, daß man bei ge⸗ wiſſen Leuten leicht in den Verdacht eines Sansculot⸗ ten oder Königsmörders kommen kann, ſobald man ſich einigermaßen freiſinnig ausſpricht oder die Etikette des ancien régime, wovon unſer Guido nie ein Freund geweſen, etwas aus den Augen verliert.“
„Wenn auch nur der zehnte Theil von dem wahr iſt,“ erwiederte der Graf,„was mir Peyronnet ſchreibt, ſo iſt Grund genug vorhanden, meinen Sohn unter Obhut zu ſtellen. Die legitimiſtiſchen Salons hat er ſeit Monaten nicht beſucht, dafür ſich wochenlang in La⸗ grange, bei dem alten Freiheitsſchwindler Lafayette, umher getrieben. In der Geſellſchaft des Boyrbonen⸗ feindlichen, revolutionairen Geldmäklers Lafitte iſt er oft geſehen worden und ſelbſt an den verbrecheriſchen Zuſammenkünften der ſogenannten Volksfreunde ſoll er Theil genommen haben.“
„Was den Umgang mit Lafayette und Lafitte an⸗ belangt,“ meinte Ottokar,„ſo weiß ich nicht, wo hier Gefahr ſein ſollte. Beide Männer verdienen die Ach⸗ tung jedes Rechtſchaffenen; und wenn ſie gegen die Bourbonen in Oppoſition getreten ſind, mögen ſie wohl ihre guten Urſachen dazu gehabt haben.“
„Ich will ihren Charakter nicht verdächtigen,“ er⸗ wiederte Graf Hohenſtein;„aber ihre Köpfe ſtecken voll utopiſcher Ideen, die, wie die Erfahrung gelehrt hat, ſich nie verwirklichen ließen; die nur geſchaffen ſind, Un⸗ ruhe zu erregen und darum ebenſo zu verdammen ſind, wie die exaltirten Predigten erklärter Jakobiner.“
„Hoffentlich,“ fuhr der Graf nach einer Pauſe fort,


