Teil eines Werkes 
Supplemente 1. Band, Der Weltbürger : historischer Roman aus den Jahren 1830-1832 : 1. Theil (1857)
Entstehung
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Die Mutter hat ihren böſen Tag, unſerm Hauſe ſteht irgend ein Unheil bevor. Ich bin nicht abergläu⸗ biſch; aber wo die Erfahrung ſo oft geſprochen hat, wäre es gewiſſenlos, wenn man die Winke einer hö⸗ heren Macht unbenutzt laſſen wollte. Es iſt nämlich Guido, welchem nach Ausſage der Mutter ein großes Unglück bevorſteht und du weißt, daß die Prophezei⸗ hungen ihres traumwachen Zuſtandes nie unerfüllt blie⸗ ben. Wirklich, fuhr er nach einer Pauſe fort,laſſen mich die Briefe meines Freundes Peyronnet in Pa⸗ ris auch das Schlimmſte ahnen. Was ich immer ge⸗ fürchtet, iſt in Erfüllung gegangen; Guido in ſeiner bekannten Exaltation iſt jenen Volksverführern, deren Abſicht ſeit vierzig Jahren dahin geht, Thron und Altar zu untergraben, in die Hände gefallen. Alle Er⸗ mahnungen meiner Freunde im Faubourg Saint-Ger⸗ main haben nichts vermocht, und ich muß das Aeußerſte befürchten, wenn nicht ſchleunige Hülfe geſchafft wird. Darum ſollſt Du, mein Sohn, unverweilt nach Paris. Deiner ruhigen Umſicht wird es gelingen, den Verirrten auf den rechten Pfad zurückzuführen. Du biſt der Bru⸗ der, kennſt ihn, verſtehſt ihn zu behandeln, und darum zweifle ich nicht an einem glücklichen Erfolge. Am beſten wäre es, wenn Du Guido bewegen könnteſt, daß er ſobald als möglich nach Deutſchland zurückkehrte. So lange er noch in Paris verweilt, muß es Dein eifrig⸗ ſtes Bemühen ſein, ihn mit aller Gemeinſchaft mit je⸗ nem revolutionairen Geſindel entfernt zu halten.

Das iſt ein mißliches Geſchäft, das Du mir auf⸗ trägſt, mein Vater, antwortete Ottokar nach einigem Nachdenken;Du weißt ſelbſt, von welch' unbeugſa⸗ mem Charakter Guido iſt, wenn er für irgend etwas heftig eingenommen. Doch zögre ich keinen Augenblick, Deinem Wunſche, welcher auch der Wunſch meines