Teil eines Werkes 
Supplemente 1. Band, Der Weltbürger : historischer Roman aus den Jahren 1830-1832 : 1. Theil (1857)
Entstehung
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unendliche Liebe, welche Harmonie! Warum vermiſſe ich ſie ſo oft im Menſchenleben?

Doch, fuhr er nach einer Pauſe fort,gewiß, auch hier iſt ſie zu finden. Dafür biſt du mir Bürge, mein Jean Paul.

Mit dieſen Worten ſchlug er ein Buch auf, das er unter dem Arme getragen hatte, und war bald im Leſen vertieft. Nur von Zeit zu Zeit erhob er den Blick und ließ ihn gedankenvoll über die geſegne⸗ ten Fluren ſchweben; dann beugte er ſich und las ſtill weiter.

Es währte nicht lange, als die Gartenthür leis knarrte und hinter blühenden Schneeballen ein wun⸗ derliebliches Mädchen hervortrat. In der' Hand trug es ein zierliches Körbchen und ohne Ottokar zu be⸗ merken, oder von ihm bemerkt zu werden, eilte es den Himbeerhecken zu, die ſich an der einen Seite des Gartens in reicher Menge dahinzogen.

Die reizende Himbeerſammlerin im himmelblauen Kleide, ging bei ihrem Geſchäft mit vieler Praxis zu Werke. Erſt ſchüttelte ſie den Regen von den Zweigen, dann ward mit Kennerblick nach den oberſten dunkel⸗ reifen Beeren geſchaut, die üppig zwiſchen dem Blät⸗ tergrün hervorlauſchten, im Anfang jedoch ihren Weg größtentheils nach den Lippen der Sucherin, als nach dem Körbchen nahmen.

Indeß war Erſteres bald auch voll geworden; die Himmelblaue warf einen freudigen Blick darauf und rief mit ihrer GlockenſtimmetVeronika, Veronika, eine herrliche Aerndte!

Bei dem Namen Veronika fuhr Ottokar wie er⸗ ſchrocken von ſeiner Lectüre auf und ſein ausdruck⸗ volles Geſicht überzog eine hohe Röthe.

Die gerufene, und zwei Jahr ältere Schweſter der Himbeerſammlerin kam jetzt den Gartengang entlang.

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