155
Langſamen Schrittes, die Hände auf dem Rücken, durchwandelte Napoleon die Gruppe des Ballpubli⸗ kums, hier und da ſtehen bleibend und ein Geſpräch anknüpfend; überall erblickte er ja alte gute Bekannte. Als er bei Morland vorüber kam, frug er:
„Aber Morland, was bedeutet das himmelblaue Band da im Knopfloch; Du trägſt einen Orden ohne meine Erlaubniß?“
„Sire, mit Verlaub,“ erwiederte der Gardiſt, „das Band bedeutet, daß ich mit auf Ordnung zu ſehen habe auf dem Balle.“
„Ah, das iſt was anders; eaber iſt denn kein Maillebois auf dem Balle? Ich denke, ihr ſteht gut mit einander?“
„Sire, alle drei find meine Gäſte.“
„Das iſt brav, das freut mich; aber wo ſtecken
ſie denn?“
Im Augenblicke ſtanden die drei Brüder wie auf⸗ marſchirt vor Napoleon.
Mit beſonderem Wohlwollen ruhten die Blicke des Kaiſers auf den drei Jünglingen. Der kleine Kano⸗ nier, mit dem Arm in der Binde, feſſelte zunächſt ſeine Aufmerkſamkeit. Er erkundigte ſich nach dem Befinden deſſelben, rieth ihm väterlich, ſich ja zu hal⸗ ten und den Verordnungen des Arztes ſtreng nach⸗ zukommen. Dann redete er mit Guiſeppe und dann mit Armand einige freundliche Worte. Er
trat einen Schritt zurück. Noch einmal überflog ſein
Blick voller Güte das Kleeblatt, und er ſprach die bedeutſamen Worte:
„Wenn die Roſen aufbrechen in meinen Gärten von Malmaiſon, dann haltet euch Drei bereit, ich werde Euch rufen laſſen!“
Napoleon kehrte nach der Mitte des Saals zu⸗


