148
dann dem General Rapp und drittens dem Schah von Perſien ein Lebehoch.
Mißbilligend ſteckte ob dieſer unaufhörlichen Vi⸗ vats, die ſich mit dem guten Anſtande unmöglich vereinigen ließen, Morland den Kopf zur Thüre herein. Doch bald erkennend, daß bei dieſer Geſell⸗ ſchaft Hopfen und Malz verloren und daß er ſich nur unnützerweiſe ärgern würde, wenn er hier zur Ruhe und Ordnung verweiſen wollte, kehrte er nach den feinern Regionen des Ballſaales zurück, wo er heute als große Reſpectsperſon in Anſehn ſtand.
Morland hatte alle drei Brüder Maillebvis als Gäſte mitgebracht. Der Kanonier war noch nicht gänzlich hergeſtellt von ſeinen Wunden von Auſter⸗ litz. Der arme Kleine hatte viel leiden müſſen und war mehrmals von den Aerzten ſchon aufgegeben ge⸗ weſen. Er trug den Arm noch in der Binde und mußte auf den Tanz wie auf den Genuß geiſtiger Getränke für diesmal gänzlich verzichten. Gleichwohl gefiel ſich Nap ſehr wohl auf dem Balle; die aner⸗ kennenden Worte ergrauter Gardegrenadiere ob ſeiner bewieſenen Bravour, welche er heut' oft zu hören bekam, klangen ſeinen Ohren gar zu ſüß. Mit dem Armand, dem Gardekapitain, hatte ſich Morland ſo ziemlich ausgeſöhnt. Er konnte nicht umhin, deſ⸗ ſen heldenmüthigem Benehmen auf St. Domingo alle Gerechtigkeit wiederfahren zu laſſen. Zudem hatte Armand nicht unterlaſſen, dem braven Alten ein Wenig die Cour zu machen. Aber wer den Mor⸗ land heut' manchen Seufzer koſtete, das war Nie⸗ mand anders, als gerade ſein Liebling, der Gui⸗ ſeppe, welcher etwas zu tief in's Glas geguckt, ſich Courage getrunken, gegen die Damen den Galanten ſpielte, was ſonſt gar nicht ſeine Art, und vor allen


