39
„Vor der Hand,“ erwiederte Bonvrand,„im Gaſthauſe zu Abukir; übrigens bildet Euch ja nicht ein, mich für heute Nacht los zu werden; ich ver⸗ ſpüre nicht die geringſte Luſt, mich in dieſer trans⸗ atlantiſchen Finſterniß mit den Händen nach der Stadt zu greifen. Ich gedenke meine müden Glieder auf Euer bequemes Sopha auszuſtrecken, damit Baſta.“
„Das war es ja eben, weshalb ich fragte, und warum ich Euch bitten wollte,“ ſprach Armand;„wir machen es wie in Paris, wenn uns Conſtant erzählte.“
Der Doctor war aufgeſtanden und an's Fenſter getreten.
„Das iſt ja,“ ſprach er,„mit einem Male eine undurchdringliche Finſterniß geworden, man erkennt die Hand vor den Augen nicht, und vor Kurzem noch leuchteten die Sterne ſo freundlich.“
„Die Witterung wechſelt ſehr ſchnell,“ erwiederte Armand,„und das mag auch der Grund ſein, daß die Fieber ſo häufig und gefährlich auf Domingo find.“
„Und wie das Meer rauſcht,“ fuhr Bonvrand fort,„man hört deutlich, wie es ſich an den Ufer⸗ felſen bricht. Wenn der Conſtant wüßte, daß wir hier ſo traulich beiſammen ſitzen, wer weiß, wie tief der ſchon in Deutſchland drinnen ſteckt.“
„Wenn habt Ihr ihn das letzte Mal geſprochen?“ frug Armand.
„Unmittelbar,“ erwiederte der Doctor,„ehe die Reiſe nach Deutſchland ging. Da hat er mir noch ein paar recht drollige Scenen aus dem Privatleben des Kaiſers mitgetheilt.“
„Das trifft ſich ja charmant,“ lächelte Armand, „nur heraus damit, theurer Freund, Ihr kommt heut' einmal nicht los, wenn es Mittheilungen aus der alten Welt betrifft.“


