Teil eines Werkes 
21. Band, Der neue Cäsar : ein Seitenstück zu "1813" und "Elba und Waterloo" : 2. Band (1854)
Entstehung
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bureau geöffnet wurde. Er eilte dahin, wo gewöhnlich noch vor Vertheilung der Briefe eine Tafel mit den angekommenen Adreſſen ausgehängt wurde. 3 Mit klopfendem Herzen drängte er ſich durch den großen Haufen der Offiziere, welcher die Tafel um⸗ ſtand, und wo ein Jeder nach ſeinem Namen ſuchte. Aber vergebens durchirrten ſeine Blicke, nachdem es ihm gelungen war, ſo weit vorzudringen, um die Namen leſen zu können, wiederholt die lange Liſte. Mit tiefem Schmerze zog er ſich ſtill zurück. Es war kein Brief an ihn angekommen. Er kehrte noch einmal nach dem Hafen zurück, aber das freudige Hurrahgeſchrei, das hier aller Orten ertönte, paßte

nicht zu ſeiner Stimmung. So trat er den Weg 6 nach ſeinem einſam gelegenen Quartier an.

Der Abend warf immer dunklere Schatten über Meer und Land, die fremden Sterne des Südenhim⸗ mels traten immer ſiegender hervor; da kam Armand auf den Gedanken, noch einmal nach dem Poſtbü⸗ reau zu gehen, um die Liſte nochmals zu überleſen. 3 Wie leicht, daß er vorhin in ſeiner Aufgeregtheit ſeinen Namen doch überſehen hatte. Er wandelte ſo eben die bereits dunkle Hausflur des Poſthauſes entlang; mehre Offiziere ſeines Regiments begegneten ihm, ſie Alle waren ſo glücklich geweſen, Briefe zu erhal⸗ ſ ten. Plötzlich rief die Stimme eines in das Haus Tretenden:Wo iſt denn Maillebois? Hat denn Niemand Maillebvis geſehen?

Er war gleich hier, antworteten mehre Stim⸗ men.

Armand blieb ſtehen, kam zurück und fragte die Stimme, die Niemandem anderes angehörte, als dem Obriſtlieutenant Marmier, was es gebe?

Ah, da ſeid Ihr ja, ſprach nun Marmier; Stolle, ſämmtl. Schriften. XKl. 411