die letzten Geigenſtriche verklungen und die Damen kehrten zu ihren Sitzen zurück, als ſich der Jüngling ziemlich ungenirt durch die Menge drängte und bald vor Florentinen angelangt war. Hier erheiſchte es denn der Anſtand, daß Armand vorerſt der gräf⸗ lichen Tante die Honneurs machte. Dieſe Frau ahnete nicht, daß in der Hand des jungen Mannes, der mit ſolcher Artigkeit zu ihr ſprach, ihre Freiheit, ja ihr Leben ſtand, und daß, wenn ſie gerettet wurde, ſie es nur dem Engel zu verdanken habe, der an ihrer Seite ſaß.
Armand enpfahl ſich jetzt auch Florentinen. Doch dieſe war nicht mehr das unbefangene heitere Kind mit der roſenfarbenen Laune von vorhin. Die geheimen Lehren, die ſie nachträglich von der gnädi⸗ gen Tante erhalten hatte, ſchienen etwas herber aus⸗ gefallen zu ſein, als der ſanfte Verweis in Gegen⸗ wart Rochambeau's und Armand's. Sie war ernſt, faſt traurig, ihr Blick fiel wehmüthig auf Ar⸗ mand, gleichſam als flehe ſie zu ihm, daß er ſie be⸗ ſchützen möchte. Als er ſich verbeugte, erwiederte ſie die Verbeugung nur ſtumm; auch war von einem Beſuche in Paris keine Rede mehr. Der Jüngling entfernte ſich, und lange, lange, bis er durch die äußerſte Saalthüre verſchwand, blickte ihm Floren⸗ tine verſtohlen nach.
Kaum war Armand in ſeinem Quartier ange⸗ langt, als er unverzüglich das Schreiben an den Marſchall entwarf. Er ging offen und ehrlich, doch auch nicht ohne Klugheit dabei zu Werke. Der Brief war auf eine Weiſe abgefaßt, daß der Schreiber in keine Gefahr lief, ſich zu compromittiren. Binnen zwei Stunden war Armand zu Ende. Er traf jetzt Sorge, daß der Brief dem Marſchall, ſollte er be⸗


