Teil eines Werkes 
20. Band, Der neue Cäsar : ein Seitenstück zu "1813" und "Elba und Waterloo" : 1. Band (1854)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

grunde, daß ihm die Erlaubniß zu einem ſolchen Be⸗ ſuche zum höchſten Glück gereichen werde.

Frau von Poitiers, welche aus der Entfernung bemerkt hatte, wie ihre Nichte ſich ſo angelegentlich mit zwei jungen Offizieren unterhielt, von welchen ihr nur der Herr von Rochambeau bekannt war⸗ ärgerte ſich, daß das Mädchen in ihrer Jugend und Unbefangenheit noch ſo wenig Takt und Weltton be⸗ ſitze, dergleichen Converſationen als unpaſſend zu ver⸗ meiden. Sie kam daher mit ſtolzem Anſtande den Saal entlang und ihrer Nichte auf eine feine Art einen Verweis ertheilend, durch welchen ſich jedoch weder Rochambeau noch Armand im Geringſten verletzt fühlen konnten, gab ſie Florentinen den Arm, und führte, ſich gegen die beiden Offiziere mit würdevoller Anmuth verbeugend, den kleinen Engel nach der Eſtrade im obern Theile des Saales, wo ſie in Geſellſchaft mehrer ältern Damen ſaß.

Das arme Mädchen, welches keine Ahnung ge⸗ habt, daß ſie etwas Nichtſchickliches begangen, warf noch einen recht traurigen Blick auf Armand, und wandelte am Arme der Tante dahin. Sie erſchien Armand, an der Seite dieſer fanatiſchen und intri⸗ ganten Frau, wie ein Opferlamm, das zur Schlacht⸗ bank geführt wird.

Wer iſt nur dieſe Dame? frug jetzt Armand den Freund;weißt Du etwas Näheres über ſie?

Ich weiß nur ſo viel, erwiederte dieſer,daß ſie aus Wien ſtammt, Gräfin von Schönburg ge⸗ nannt wird, und von meinem General und deſſen Ge⸗ mahlin außerordentlich protegirt wird.

Ihre Nichte iſt ein Engel, ſprach Armand.

Ein liebes, unverdorbenes Kind, verſetzte der Andere,man ſieht, daß ſie erſt ſeit Kurzem aus der