Teil eines Werkes 
20. Band, Der neue Cäsar : ein Seitenstück zu "1813" und "Elba und Waterloo" : 1. Band (1854)
Entstehung
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dieſe Touren noch nie mit größerer Grazie habe tan⸗ zen ſehen. Bei dieſen Worten machte aber Floren⸗ tine ein ziemlich böſes Geſicht.

Spotten Sie, ſprach ſie,ich weiß nur zu gut. daß es Spott iſt, wenn Sie mich wegen meines Tanzens loben, die Tante ſagt, daß ich gar keinen Anſtand und in den Unterrichtsſtunden noch gar Nichts profitirt habe; ſie wollte mich deshalb auch auf den heutigen prächtigen Ball nicht mitnehmen.

Armand hatte jetzt nichts Angelegentlicheres zu

thun, als ihr bei Himmel und Erde zu verſichern, daß die Tante ſich diesmal im vollkommenen Unrecht befinde. Florentine ſchien dieſen Betheuerungen nicht recht zu trauen, doch ſie auch nicht ungern zu hören. Sie wiegte mit reizender Naivität das Köpfchen und drohte lächelnd ein Wenig mit dem Finger.

Armand's Leidenſchaft für den kleinen Engel ſtieg immer mehr. Hatte er Florentinen zeither nur als ein unerreichbares Ideal verehrt, ſo begann er ſie jetzt auch aus vollem Herzen zu lieben.

Ein neuer Tanz begann. Ueberſelig eilte der glückliche Jüngling, an der Hand das geliebte We⸗ ſen, in die Reihen der Tanzenden. Ein neuer Him⸗ mel hatte ſich ihm erſchloſſen. In dieſem ſeligen Rauſche vergaß er Frau von Poitiers und ihre ſchwarzen Pläne. Er lebte nur dem Augenblick, wo ihm der Brunnen des Lebens in nie geſehener Schöne ſprudelte.

Die ihm ſo oft wie ein holder Traum durch die Nacht des Lebens geleuchtet, hielt er jetzt als ſüße Wahrheit umfaßt und ſchwebte unter den Sphären⸗ klängen bezaubernder Melodieen durch die glänzenden Räume.