Armand athmete jetzt ein Wenig auf, er fing an zu begreifen, daß von dem Morgen im Parke unmöglich die Rede ſein konnte. Das Mädchen fuhr mit vieler Freundlichkeit fort:
„Waren Sie denn nicht jener Offſizier, der ehe⸗ geſtern auf dem Hafendamme das kleine Mädchen ret⸗ tete, das Gefahr lief, von den zwei wild gewordenen Pferden überfahren zu werden?“
Jetzt fiel dem Jüngling ein großer Stein vom Herzen. Er bekannte mit vieler Beſcheidenheit, daß er allerdings jener Offizier geweſen ſei.
„Sie glauben gar nicht,“ geſtand das Mädchen mit liebenswürdiger Treuherzigkeit,„was ich und die gute Tante für Angſt um Sie ausgeſtanden haben. Unſer Wagen war nicht weit davon. Sie konnten leicht gerädert werden von den wüthenden Roſſen.“
Und wenn alle Engel des Himmels zu Armand geſprochen hätten, es würde ihm nicht lieblicher ge⸗ klungen haben, als dieſe Rede Florentinen's.
Das Mädchen erzählte ihm jetzt, wie ſie ihn gleich wieder erkannt, als er vorhin dem Contretanz zugeſchaut habe.
Armand ward endlich zu ſeinem unbeſchreibli⸗ chen Glücke inne, daß ſeine Herzenskönigin nicht in überirdiſchen Sprachen rede, wie er Anfangs geglaubt, ſondern eben ſo lieblich franzöſiſch parlire, wie andere ſterbliche Mädchen, und ſo bekam er allmälig auch Muth, ſein Wörtchen dazu zu geben. Sie hatte ihm in ih⸗ rer Unſchuld bereits ſo viel Schönes geſagt, daß er ein Eskimo hätte ſein müſſen, wenn er ihr nicht gleichfalls ein Compliment hätte machen wollen. Er ergriff alſo die Gelegenheit und bemerkte, wie wohl noch nicht ohne alle Schüchternheit, wie er nur nach Ihr in der vorigen Fransaiſe geſchaut, und daß er


