Teil eines Werkes 
19. Band, Camelien : Novellen und Erzählungen : 2. Band (1854)
Entstehung
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Der! Theolog war als ein zweiter Kolter bis zu dieſer unerhörten Höhe geklettert, und um ſeinem Humor die Krone aufzuſetzen, nahm er die Mütze des Proviantverwalters vom Kopfe und ſetzte ſie dem alten Horne auf. Hierauf trat er kunſtvoll ſeinen Rückweg an und gelangte wohlbehalten zur Erde. Auch er pflückte ſich eine Blume, aber eine brennend rothe Tulpe.

Jetzt ward noch eine dritte Perſon im Garten ſichtbar. Es war Marien's Wärterin. Sie ſchien den Zuſtand der Kranken zu kennen, denn ſie war⸗ tete, bis dieſe wieder nach der Wohnung ging, wo⸗ hin ſie in einiger Entfernung folgte. Bald entſchloß ſich auch der Candidat zur Heimkehr, aber nicht an⸗ ders als auf der Gartenmauer, wiewohl er es beque⸗ mer haben konnte.

5.

Es iſt der Menſchheit ein ewiges Räthſel geblie⸗ ben, wie die Nachtmütze des Proviantverwalters auf den Birnbaum gekommen iſt. Die dazumal überhand nehmende Zweifelſucht bekam einen harten Schlag. Der Wunderglaube fand Nahrung. Mehre Atheiſten aus der Nachbarſchaft fühlten ſich getroffen. Am Meiſten der Proviantverwalter ſelbſt. Als er am Morgen nach der Mondſcheinnacht von dem Mirakel erfuhr, ließ er ſich den Ramsden bringen und erkannte ſeine Mütze. Schweigend legte er das Fernglas hin⸗ weg, ging zum Pulte, brachte ſeine Papiere in Ord⸗ nung, eaſſirte ſeine Schulden ein, ließ drei Wittwen und zwei Familienväter exequiren, zog ſich vom Zeit⸗ lichen zurück und ward Herrnhuter.

Der Criminalrath prophezeite aus der Mütze gro⸗