Teil eines Werkes 
19. Band, Camelien : Novellen und Erzählungen : 2. Band (1854)
Entstehung
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ßes Unheil, ſchwere Sünden gegen die Natur. Es traf nicht ein. Der Delinquent ward nicht gerädert. Liebe alterirte ſich dermaßen, daß er ſeinen Abſchied einreichte.

Die Mütze ſelbſt verblieb in der Höhe. Die Indignation der Krähen und Spatzen war groß. Man richtete ſie alsbald läſterlich zu. Nach Jahr und Tag fiel ſie als mürber Zunder herab.

Der Birnbaum trug noch manches Jahr.

Der Candidat genaß. Die Mondſucht verließ ihn. Er bekam eine Anſtellung, heirathete und iſt jetzt Pa⸗ ſtor in einem Dörfchen an der Elbe.

Maria ſtarb. Die weiße Tulpe ward ihr zur Todtenglocke. Iſt's doch wie heute. Es war ein trüber, näßlicher Sommervormittag. Die Leichenträ⸗ ger mit ihren ſchwarzen Mänteln und rohkalten Ge⸗ ſichtern lehnten wartend unter'm Wetterdach am Hauſe.

Man hatte ihnen Wein gereicht. Welchen Geſellen

warſt Du verfallen, Maria, mit Deinem blühenden Herzen voll Frühling und Liebe! Arme Männer, Ihr wußtet nicht, wen Ihr trugt. O, ein einziger Glockenklang dieſer entſchlafenen Bruſt in Euer win⸗ terödes Leben und Ihr wäret zu beneiden geweſen.

Ich habe ſie vernommen dieſe Klänge. Noch mag ich mir gern denken, wie Maria einſt als Veilchen geduftet, als Roſe geleuchtet auf den Beeten des Gartens. Als Mädchen habe ich ſie gekannt. Jetzt iſt ſie ein Engel. Wer von den Leſern zuerſt hinübergeht, grüße ſie.

Druck von Alegander Wiede in Leipzig.