Teil eines Werkes 
19. Band, Camelien : Novellen und Erzählungen : 2. Band (1854)
Entstehung
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Doch alles bisher Erlebte war Torte und Zucker⸗ brot gegen das Malheur, was jetzt über mich fried⸗ lichen Mann hereinbrach.

Mit einem Male entſtand vor den Fenſtern ein tumultuariſches Hin⸗ und Herlaufen und entſetzliches Geſchrei. Alles ſprang von ſeinen Sitzen auf und im Augenblicke ſtürzte ein Republikaner in's Gemach, verſtört und bleich athemlos rufend:„On a tiré sur le roi!“

Ein augenblickliches Stillſchweigen erfolgte, aber gleich darauf brach der fürchterlichſte Tumult los. Viele eilten davon, Andere beſtürmten den Angekom⸗ menen mit Fragen.„Iſt der König todt?“ rief man.

„Todt!“ war die Antwort.

„Und Orleans?“

„Todt!“

„Und Nemours, Joinville?!“

„Todt! Alles todt!“

„Vive la république!“ riefen mit einem Munde die Republikaner und„Vive Henri eing!“ die Carliſten.

Ich ſelbſt war mehr todt als lebendig, wollte je⸗ doch die Gelegenheit benutzen und mich in der Stille aus dem Staube machen. Da ertönte Waffengeklirr im Vorgemach und eine Legion böſer Engel, Poli⸗ zeiſoldaten und Munieipalgarde, drangen in's Zimmer.

„Im Namen des Geſetzes, meine Herren, Sie ſind unſere Gefangenen!“ rief der Brigadier der be⸗ waffneten Heerſchaar.

Ein naſeweiſer Republikaner, dem kaum der Flaum um das Kinn ſproß, machte mit ſeinem überflüſſigen, abgeſchmackten Geſchrei: Vive la république!“ die Sache noch ſchlimmer. Er ward zuerſt gefaßt und nach kurzer Gegenwehr abgeführt. Den übrigen po⸗

litiſchen Glaubensgenoſſen und den Carliſten ging's