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einen halben Gulden Ueberfahrtsgeld und dies war der Fremde nicht im Stande zu bezahlen.„O, habt Erbarmen!“ rief er einmal über das andere mit ei⸗ nem Tone, der mir durch Mark und Bein ging,„es gilt mein Leben, wenn ich nicht ſofort übergeſetzt werde.“ Aber der entmenſchte Fährmann blieb re⸗ gungslos und beſtand auf ſeinem halben Gulden. Da ſprang ich auf, mein Vermögen beſtand außer Ihrem Reichsthaler nur noch in wenig Pfennigen, ich riß die Naht meines Rockes auf, worin ich die Liebes⸗ gabe verwahrt hatte, riß letzteren heraus und eilte zum Fährmann.„Hier iſt ein Thaler,“ rief ich,„ſchafft dafür den Armen über den Fluß.“ Jetzt ward der Geldgierige lebendiger. Es verblieb nur ſo viel Zeit, daß ich dem Fremden meinen Namen und meine Hei⸗ math nennen konnte, worauf er dringend beſtand, und bald waren die Zwei auf der dunkeln Fläche des Stroms verſchwunden. Wenige Minuten nachher langten auch ſchon die Verfolger am Ufer an, aber ſie fanden weder Kahn noch Fährmann zum fernern Nachſetzen. Wie ich ſpäter erfuhr, war der Flücht⸗ ling ein reicher edler Nordamerikaner, der, von poli⸗ tiſchem Fanatismus verfolgt, auf dieſe Weiſe dem Gefängniß und dem bereits über ihn ausgeſprochenen Tode glücklich entkam. Es koſtete mich nicht geringe Mühe, ehe ich meinen Reichsthaler, der jetzt einen doppelten Werth für mich erhalten hatte, bei dem Fährmann wieder auslöſen konnte, wie ich mir bei ſeiner Rückkehr zur Bedingung gemacht hatte.
„Tief ſchmerzte es mich, als ich ſpäterhin zufällig erfuhr, daß Sie ſelbſt in mißliche Verhältniſſe gekom⸗ men ſeien. Ich wollte immer den Thaler Ihnen wie⸗ der zuſtellen, aber die guten Intereſſen, welche ich ge⸗ lobt hatte, dazu wollte trotz meines Fleißes immer


