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„Wiſſen Sie auch, worin die Mediein beſtand, die ich Ihnen verabreichte?“ frug Cornelius.
„Ich weiß nur ſo viel, daß ſie eine geſegnete war,“ ſprach der Graf.
„Sie beſtand in nichts Anderm,“ fuhr der Arzt fort,„als in einem einfachen, aber kräftigen Schlaf⸗ trunke. Nur dadurch, daß ſie mit Gewalt und auf künſtlichem Wege dem Schlafe in die Arme geführt wurden, konnten Sie von Ihrer fixen Idee geheilt werden.“
„Nochmals meinen innigſten Dank,“ wiederholte Falkenſtein;„da mir aber die Vorſehung noch ein längeres Leben beſtimmt hat, in welchem ich noch manche Schulden abzutragen habe, ſo will ich mit meiner größten Schuld beginnen.— So erfahren Sie denn, mein edler Freund, daß Ihr Pflegeſohn Alban mein Bruder iſt.“
„Herr Graf, Sie träumen oder ſcherzen,“ erwie⸗ derte Cornelius.
„Weder träume, noch ſcherze ich,“ verſetze lächelnd der Graf.„Nachdem meine Stiefmutter geſtorben war, brachte ich's dahin, daß er, ein hülfloſes Kind, vom Schloſſe heimlich entfernt, und im Walde aus⸗ geſetzt wurde. Der Helfershelfer, den ich hierzu ge⸗ dungen hatte, ſollte daſſelbe eigentlich tödten; aber er war, dem Himmel ſei Dank, nicht von aller Menſch⸗ lichkeit verlaſſen und erſparte mir dieſes große Ver⸗ brechen. Er trug das Knäblein in den Wald, wo es bald ein gütiges Schickſal wollte, daß Sie das Hülfloſe auffanden und an Kindesſtatt annahmen. Meinem Vater wurde vorgeſpiegelt, das Kind ſei in einer der unergründlichen Schluchten in der Nähe des Schloßbergs verunglückt; aber er hat es nie geglaubt


