Teil eines Werkes 
19. Band, Camelien : Novellen und Erzählungen : 2. Band (1854)
Entstehung
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wenn wüſte, böſe Träume ſich der Seele des Schlä⸗ fers bemächtigt hätten und dieſelbe peinigten. Wie⸗ derholt warf er ſich, ohne aufzuwachen, hin und wie⸗ der. Nach einiger Zeit ward er ruhiger; ein geſunder Schlaf ſchien einzutreten, und dieſer währte ganzer zwölf Stunden.

Cornelius wich nicht von dem Lager des Grafen, den er entkleiden und zu Bette bringen ließ. Er ſelbſt hatte ſich nur wenige Ruhe gegönnt, um den Schlummernden nicht außer Acht zu verlieren.

Da brach das Morgenroth hervor. Der roſige Glanz fiel wohlthuend und belebend durch die grünen Vorhänge. Draußen war die Gegend durch einen Nachtregen erquickt und erfriſcht worden. Der Duft der Pflanzenwelt der grünen Wälder zog über die frühlingsvollen Fluren.

Cornelius war an das Fenſter getreten, hatte den einen Fenſterflügel ein wenig geöffnet und erfreute ſich des lachenden Morgen. Dann kehrte er zu dem Lager des Grafen zurück.

Noch immer ruhte dieſer in tiefem Schlummer; aber je goldner draußen der junge Tag ſich entfal⸗ tete, deſto ſichtbarer erheiterten ſich ſeine Züge. Die Geſichtsbildung, auf welcher zeither nur eine unange⸗ nehme ſchlaftrunkene Starrſucht zu leſen geweſen, zer⸗

floß in harmoniſchen Ausdruck. Wieder ſchien die

Seele mit Traumgebilden beſchäftigt, aber dieſe muß⸗ ten von anderer, ſüßerer Natur ſein, als die frühern. Ein zufriedenes, ja ein ſeliges Lächeln ſpielte um den Mund, und über das ganze Antlitz hatte ſich eine Zufriedenheit verbreitet, wie ſich Cornelius nie ent⸗ ſann, an dem Grafen bemerkt zu haben.

Da brach der erſte Strahl der Morgenſonne hin⸗