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„Sehr gern,“ ſprach Falkenſtein,„ich vertraue Ihrer Kunſt, Herr Doctor.“ Er langte nach der Phiole.
Der Arzt ließ ſich eine kleine Schale von Por⸗ zellan reichen, ſchüttete das braun ausſehende Flui⸗ dum in dieſelbe und reichte den Trank dem Patienten.
Dieſer ſchlürfte ihn mit Haſt, doch nicht ohne Anſtrengung, ein.
Jetzt bat ihn Cornelius, ſich langſam in den Lehnſtuhl zurückzulehnen und erzählte noch Mehreres über die wunderbaren Wirkungen der Arznei.
„Sie werden im Anfange,“ ſprach er,„einige Mattigkeit und Neigung zum Schlafen verſpüren, aber fürchten Sie dieſe nicht, ſondern geben Sie ſich ihr getroſt hin. Sie ſinken höchſtens in eine Art träumeriſchen Halbſchlummers, ſo daß Sie ſtets Herr Ihres Bewußtſeins bleiben.“
Aber kaum hatte der Arzt die letzten Worte ge⸗ ſprochen, als auch dem Grafen die Augenlider bereits zufielen, ſo daß er binnen wenigen Minuten in dem feſteſten Schlummer lag.
Cornelius hatte ihm einen der betäubendſten Schlaftrunke gereicht; denn allein dadurch, daß er den Exaltirten auf künſtlichem Wege und ſo ſchnell als möglich zum Schlafen zu bringen verſuchte, hoffte er ihn zu retten. Außerdem war leicht zu befürchten, daß bei der eiſernen Willenskraft des Grafen dieſer wachend eine Beute des Todes werden konnte.
Je länger Falkenſtein fortſchlummerte, in einen deſto tiefern Schlaf verſank er. Cornelius wachte fort⸗ während bei ihm. Er beobachtete genau die Züge des Schlummernden. Im Anfang ſchien der Zuſtand deſſelben völlig bewußtlos; bald aber war es, als


