Teil eines Werkes 
19. Band, Camelien : Novellen und Erzählungen : 2. Band (1854)
Entstehung
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Sie ſehen, wie ich mich wehre, fuhr er nach einer Pauſe mit matter Stimme fort;aber aller Anfang iſt ſchwer, jede Kunſt will erlernt ſein. Ich gebe die Hoffnung noch nicht auf.

Cornelius erkannte ſogleich, daß Falkenſtein keine Spanne weit vom Wahnſinn entfernt, und daß einem Kranken dieſer Art nur auf pſychologiſchem Wege beizukommen ſei.

Mein lieber Graf, ſprach er daher in mildem Tone,durch ihre Parforcekur wird es Ihnen nim⸗ mermehr gelingen, Ihren Zweck zu erreichen; je mehr Sie ſich abſtumpfen, deſto eher werden Sie nicht ſo⸗ wohl dem Schlafe, ſondern dem Tode unmittelbar in die Arme ſinken. Ihr wahrhaft heroiſcher Entſchluß hat mich dieſer Tage dermaßen beſchäftigt, daß es mir nach längerm Nachforſchen gelungen iſt, ein Mit⸗ tel ausfindig zu machen, wodurch der Menſch ſelbſt Wochen lang dem Schlafe widerſtehen kann, ohne daß er im Geringſten dadurch angegriffen wird, noch ſeine Kräfte aufgerieben werden.

Der Graf von Falkenſtein ward hier ſehr auf⸗ merkſam und der Arzt fuhr fort:

Es beſteht in einem Tranke, welcher aus den ſtärkſten ſchlafabwehrenden Subſtanzen gewonnen iſt. Ich kann aus zahlreich darüber nachgeſchlagenen Kran⸗ kengeſchichten nachweiſen, wie es ſich allezeit, wo es angewendet worden, bewährt hat.

Führen Sie ſolchen Trank bei ſich? frug ſchnell der Graf.

Ich habe wenigſtens eine Probe zu mir geſteckt, erwiederte Cornelius, und zog bei dieſen Worten die Phiole hervor;wäre es vielleicht dem Herrn Gra⸗ fen genehm, davon wenigſtens verſuchsweiſe Gebrauch zu machen?