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Augenblick, wo, trotz der furchtbaren Vorkehrungen, Falkenſtein's harter Sinn gebrochen und er in Schlaf ſinken werde. Viele wünſchten und hofften ſeinen Tod; ein jeder hatte für dieſen Fall ſeine Vorkeh⸗ rungen getroffen.
Nur ein Einziger unter der Dienerſchaft, ein jun⸗ ger Jägerburſche, konnte ſich bei den Qualen des Grafen des Mitleids nicht erwehren. Er vergaß alle Unbill, die ihm von ſeinem Gebieter war angethan worden, ſchlich ſich heimlich vom Schloſſe und eilte hinüber nach dem benachbarten Gute, wo der edle Cornelius wohnte. Hier ſchilderte er mit lebhaften Farben die letzten fünf Tage auf dem Falkenſteine, von den glänzenden Feſten an bis auf den jüngſten Zuſtand ſeines Herrn.
Mit Entſetzen hatte der Arzt dieſe Erzählung ver⸗ nommen; doch wußte er gleich, was er zu thun hatte. Er trat an ſeinen Medieinſchrank, ſteckte eine Phiole zu ſich und eilte nach dem Schloſſe des Grafen.
Als er in das Zimmer treten wollte, worin ſich Falkenſtein befand, wollte ihm einer der Diener den Eintritt verwehren; der Arzt gebot ihm aber mit ſol⸗ chem Ernſte und ſolcher Würde, zu öffnen, daß ſich die Thür aufthat und er in das Gemach trat.
Welch' ein Anblick bot ſich hier ihm dar; auch der linke Fuß des Grafen war bereits mit zahlrei⸗ chen Brandwunden bedeckt.
Augenblicklich ſtieß Cornelius den Diener mit dem glühenden Eiſen zurück.
„Sind Sie von Sinnen, Herr Graf!“ rief er in ſtrafendem Tone,„Sie morden ſich ſelbſt.“
„Mir bleibt nichts andres übrig,“ erwiederte mit Anſtrengung Falkenſtein,„Ihre Kunſt kann mir nichts mehr nützen; ich muß mir ſelbſt helfen.


