Teil eines Werkes 
19. Band, Camelien : Novellen und Erzählungen : 2. Band (1854)
Entstehung
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ten fallen laſſen und waren, ein Opfer ihrer über⸗ großen Ermüdung, zuſammengeſunken.

Mit einer gewiſſen ängſtlichen Haſt warf Falken⸗ ſtein die Karten auf den Tiſch. Er hatte es über⸗ drüſſig bekommen, die Schläfer immer von Neuem zu erwecken. Darum ließ er ſie ſchlafen, ſtand auf und durchſchritt die übrigen Säle und Gemächer.

Da herrſchte überall Todtenſchweigen, der größte Theil der Geſellſchaft und ſämmtliche Damen hatten ſich auf ihre Zimmer zurückgezogen, nur wenige Gäſte lagen vereinzelt auf den Divans im tiefen Schlafe, ſämmtliche Dienerſchaft ſchlief; die Muſiker waren eingenickt und ihre Inſtrumente verſtummt. Ein Theil der Kerzen war erloſchen und abermals leuchtete jun⸗ ges Frühlicht durch die Gardinen.

Falkenſtein trat an das Fenſter, deſſen einen Flü⸗ gel er öffnete. Die Morgenluft ſtrich herein. Be⸗ deutende Müdigkeit hatte ſich auch ſeiner bemächtigt, aber an Schlaf war darum nicht zu denken. Seine Seele war noch zu ſehr beſchäftigt.

Ein Verſuch wäre gemacht, ſprach er für ſich, ſo ich nicht ſchlaftrunkener werde wie jetzt, ſoll mir kein Schlaf je etwas anhaben können. Der ver⸗ dammte Traum, er kommt mir nicht aus dem Sinne! Selbſt geſtern und ehegeſtern im lauteſten Jubel, bei Muſik und ſchäumendem Champagner ſtand der Alte neben mir mit ſeiner verhaßten Prophezeiung.

Ich darf's bei allen Mächten der Unterwelt nicht wagen, fuhr er nach einer Pauſe fort,und einſchlafen. Das Traumbild iſt zur fixen Idee bei mir geworden, die ſich leicht verwirklichen kann. Dazu bedürfte es nicht einmal des Wunderglaubens.

Wohlan, ſchloß er nach langem Nachſinnen ſein Selbſtgeſpräch,an mir ſoll es nicht liegen. Mein