Teil eines Werkes 
19. Band, Camelien : Novellen und Erzählungen : 2. Band (1854)
Entstehung
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rungen von Müdigkeit und Schlaf die Stirn. Er durchwanderte triumphirend die ſchlaftrunkenen Grup⸗ pen ſeiner Gäſte. Er ſchüttelte und rüttelte mit ner⸗ viger Fauſt dieſen und jenen ſeiner Bekannten, der ſo eben im Begriff ſtand, einzunicken.

Ich ſehe wohl, ſprach er nicht ohne Bitterkeit, daß ich mir rüſtigere Naturen zu meinen Gelagen laden muß, die nicht gleich ein paar frohen Nächten und Tagen unterliegen.

Er trat in das Nebenzimmer. Da taumelte ihm ein halbberauſchter Gardelieutenant entgegen.

Herzensbruder, rief er, ihm um den Hals fal⸗ lend,ſtraf mich Gott, ich möchte vor's Leben gern Deine Apfelſchimmel gewinnen und ich kann, hol' mich der Teufel, was vertragen; aber ſoll mich der Blitz erſchlagen, ich breche zuſammen und ſchnarche wie ein Bär, wenn nicht ein Pharaöchen zu Stande kommt. Blos Seine ägyptiſche Majeſtät iſt im Stande, mich wach zu erhalten.

Wohlan, entſchied der Graf,Georges, Ja⸗ ques, Livrets und Karten! Bald hatten die Diener einen Pharaotiſch zurecht gemacht. Die Leidenſchaft des Spiels war der letzte Hebel, welcher einen Theil der Geſellſchaft wieder auf die Beine brachte. Man ſetzte ſich. Falkenſtein übernahm die Bank.

So ſpielte man eine, zwei, drei Stunden, da ſank einer der Pointeurs nach dem andern zuſammen. Selbſt dem Banquier kam während des Abziehens wiederholt jener magnetiſche Reiz an, ſo man Gähnen nennt, aber er überwand ihn und ſpielte ununterbrochen wei⸗ ter. Es verging noch eine Stunde, wieder graute der Morgen noch eine da ſaß der Graf von Falkenſtein noch allein unter lauter Schlafenden; ſämmtliche Mitſpieler hatten nach und nach die Kar⸗