Teil eines Werkes 
19. Band, Camelien : Novellen und Erzählungen : 2. Band (1854)
Entstehung
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dem Schlafe am Längſten zu widerſtehen vermöchte. Je⸗ dermann, namentlich von den jungen Leuten, beſtrebte ſich, dieſe Prämie zu gewinnen. Man ſchwor im Rauſche des Champagners hoch und theuer, für ſol⸗ chen Preis nie wieder einſchlafen zu wollen.

So ward es abermals Tag. Das junge Mor⸗ genlicht und die bald darauf hervorbrechende Sonne ward mit einem allgemeinen Hurrah begrüßt. Wieder fuhren die Karoſſen vor. Die Pferde wurden vor⸗ geführt und die Geſellſchaft, den unermüdlichen Gra⸗ fen von Falkenſtein an der Spitze, ſtürmte hinaus in das friſche Grün und den erquickenden Morgen.

Der dritte Abend ſank hernieder. Das dritte ſchwelgeriſche Feſt erfolgte. Es fehlte nicht an Pracht und Glanz, Reichthum und Fülle; es fehlte nicht an dem Schmettern der Trompeten und Wirbeln der Pauken; nicht an einem Lichtmeer, das die Sonne zu verdunkeln ſchien; aber inmitten dieſer Herrlichkeit bewegten ſich die Geſtalten, als wäre aus ihnen alles Leben entwichen, ſchwerfällig, matt; zu Dutzenden lag man auf den rothſammetnen Divans und war trotz des Lärmens der Muſik kaum im Stande, die bleiſchweren Angenlider offen zu erhalten. Nur we⸗ nige Paare tanzten im Saale. Verhallt waren faſt gänzlich das Klingen der Pokale, das Stimmenge⸗ räuſch von geſtern und vorgeſtern. Alles, wus man unternahm, war gezwungen, und nur die Rückſicht für den ſplendiden und reichen Gaſtgeber war es, daß nicht die ganze Geſellſchaft längſt in tiefem Schlafe lag.

Erſterer aber war faſt der Einzige, der ſich voll⸗ kommen munter und rüſtig erhalten hatte. Seine kräftige Natur, ſein feſter Wille boten allen Anforde⸗