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würde? Man hat Beiſpiele, daß das, was man ſich feſt eingebildet hat, zur Wahrheit geworden iſt.“
„Für dieſen Fall,“ entgegnete Cornelius,„würde ich Sie nur beneiden. Kann es etwas Schöneres ge⸗ ben, als im ſanften Schlummer zum beſſern Leben hinüber zu gehen?“
„Philoſophiſche Phraſen,“ grollte Falkenſtein,„ich danke dafür. Doch im Ernſt, Doetor, iſt der irdiſche Schlaf unentbehrlich für das Leben? Gibt es kein Mittel, ſich für immer des zeitraubenden Schlafs zu erwehren?“
„Keines,“ war die Antwort.
„Jede Kunſt will erlernt ſein,“ fuhr der Graf fort,„mancher große Mann, dem die Zeit dauerte, die er verſchlief, hat den Schlaf auf drei, ja auf zwei Stunden beſchränkt und ſich dabei wohlbefunden; ſollte es nicht möglich ſein, auch dieſen kurzen Zeit⸗ raum zu überwinden?“
„Jeder Erdgeborne bedarf der Ruhe des Schlafs,“ ſprach Cornelius.
„Der Ruhe, gut,“ ſprach Falkenſtein;„aber ge⸗ nügt nicht jener träumeriſche Halbſchlummer, der faſt Schlaf iſt, nur daß das Benußtſein nicht erliſcht?“
„Der Halbſchlummer wird endlich in den wahren Schlaf übergehen,“ ſprach der Arzt.
„Aber ich mag, ich will nicht einſchlafen!“ rief Falkenſtein mit dem Fuße ſtampfend,„und ich will ſehen, wer mich zwingen ſoll.“
„Die Mutter Natur wird Sie zwingen,“ ant⸗ wortete Cornelius;„Niemand kann dem Schlafe wie dem Tode widerſtehen.“
Das ungebändigte Gemüth des Grafen, das kei⸗ nen Widerſpruch zu ertragen vermochte, brauſte jetzt in ſeiner natürlichen Wildheit auf:


