Teil eines Werkes 
19. Band, Camelien : Novellen und Erzählungen : 2. Band (1854)
Entstehung
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die Zeit nutzlos verplauderte, zu langweilen und er wünſchte im Stillen, daß ſich Falkenſtein verabſchie⸗ den möchte, als dieſer plötzlich wie von ungefähr frug:

Glauben Sie an Träume, Herr Doctor?

Der Arzt blickte fragend auf. Falkenſtein fuhr fort:

Sie werden als aufgeklärter Mann meine Worte lächerlich finden; aber ich habe da einen curioſen Traum gehabt, lachen Sie, Herr Doctor der mich faſt ein wenig abergläubiſch machen könnte.

Träume kommen von Gott, verſetzte Cornelius in ernſtem Tone.

Bah, lachte der Graf,ſagen Sie Gebilde einer aufgeregten Phantaſie, Weingeiſter, Seifenblaſen.

Von welcher Art war Ihr Traum? frug Cor⸗ nelius, ohne auf den Spott des Grafen einzugehen.

Ach! fuhr Falkenſtein in forecirter Luſtigkeit fort: lachen Sie mich aus, liebſter Doctor, daß ſich ein Freigeiſt wie ich, ein Welt⸗ und Hofmann, von einem Dunſtbilde hat Schrecken einjagen laſſen.

Lachen? antwortete Cornelius,da ſollte mich Gott behüten. Gehöre ich auch nicht zu jenen ſom⸗ nambulen Schwärmern, ſo wird es mir doch nie in den Sinn kommen, über jene, aus dem innerſten Seelenleben hervorgehende räthſelhafte Traumwelt mich ſpottend zu äußern; aber darf ich fragen, worin der wunderbare Traum beſtand?

Der Graf war ſihtbar ernſter geworden, wie ſehr er ſich mühte, ſo heiter und unbefangen als möglich zu erſcheinen.*

Sie werden vielleicht, erzählte er leicht hinge⸗ worfen,von dem kleinen Rencontre gehört haben, das ich dieſer Tage mit meinem eigenſinnigen Alten zu beſtehen hatte. Durch ein ungerechtes Teſtament