Teil eines Werkes 
19. Band, Camelien : Novellen und Erzählungen : 2. Band (1854)
Entstehung
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er gegen ſeinen Nachbar empfand, ſo gut es gehen wollte, und nahm die Ausſöhnung in dem Maße an, als ſie ihm gebeten wurde.

Wie geſagt, ſchloß der Graf ſeine wortreiche Rede,Sie haben Charte blanche, Herr Doetor, ich bin des albernen Streites längſt müde, betrachten Sie die ſtreitigen Punfte von dem Punkte, von wo Sie Ihnen am Genehmſten erſcheinen, und ſeien Sie meiner unbedingten Zuſtimmung überzeugt. Und nun kein Wort weiter darüber.

Er brachte das Geſpräch ſcheinbar zufällig auf andere Gegenſtände und ſchlug bei dem ſchönen Vor⸗ mittage einen Gang durch den Park vor.

Noch immer konnte ſich Cornelius das räthſelhafte Benehmen ſeines Gaſtes nicht erklären. Daß Alles nur Maske war, hinter welcher der Graf einen Plan barg, erſchien gewiß. Immer war es dem Arzte, als habe Falkenſtein ein Geſtändniß auf dem Herzen, das er aber nicht auszuſprechen wagte. Cornelins, nichts Gutes ahnend, beobachtete die größte Vorſicht unter würdevoller Höflichkeit.

Die Zwei waren lange in den ſchattigen Gängen des Parks auf⸗ und abgegangen und die verſchieden⸗ artigſten Gegenſtände zur Sprache gekommen; Falken⸗ ſtein unterhielt leicht und angenehm; er wußte dem Unſcheinbarſten eine intereſſante Seite abzugewinnen. Den Tod ſeines Vaters erwähnte er nur flüchtig. Wiederholt bemerkte Cornelius, wie dem Grafen Worte, die er eben herausſagen wollte, auf den Lip⸗ pen erſtarben.

Der Arzt hatte Wein bringen laſſen; der Graf ſtürzte mehrere Gläſer mit einer Haſt hinunter, die ſeinen ſonſtigen höfiſchen Sitten ſeltſam widerſprach. Bereits begann das Geſpräch Erſtern, der nicht gern