Teil eines Werkes 
19. Band, Camelien : Novellen und Erzählungen : 2. Band (1854)
Entstehung
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thäter und Thevdolinde meldete, daß die Erdbeerkalt⸗ ſchale in der Laube bereit ſtehe.

Der Abend hatte ſeine Schatten herabfallen laſ⸗ ſen, nur der Abendſtern ſtand in lieblicher Schöne über den Bergen.

Wie glücklich iſt doch der, ſprach Alban,der in den Stand geſetzt iſt, Andern Gutes zu tbun. Ich habe das heut' wieder recht erkannt. Wie glück⸗ lich haſt Du eine ganze Familie gemacht, guter Va⸗ ter, ohne daß es Dir große Opfer gekoſtet hätte. Hierin liegt der wahre Segen der irdiſchen Güter. Darum iſt mir der Geiz ein wahrhaftes Verbrechen.

Es giebt ja kein Verbrechen, mein Sohn, be⸗ lehrte ſanft der Arzt,da jeder Sündhafte nur krank iſt, unſer Mitleid, aber nicht unſere Verdammung, unſern Haß verdient. Es giebt gewiß keine Unthat, wie fürchterlich ſie beim erſten Anblicke erſcheint, die, in ihrem Keime unterſucht, wenn auch keine Verthei⸗ digung, doch Entſchuldigung zuließe.

O mein Vater, entgegnete nicht ohne Aufre⸗ gung Alban,dieſe ſchöne Lehre hat meinem Herzen immer ſo wohl gethan, und es iſt mir darum um ſo ſchmerzlicher, ſie auf die neue furchtbare Unthat, die ſich auf dem Falkenſtein zugetragen, nicht anwen⸗ den zu können. Ich habe oft darüber nachgedacht, welches wohl die höchſte Sünde hienieden ſein möchte, ich habe meine Phantaſie gemartert mit den grauſen⸗ hafteſten Miſſethaten; Gott ſei Dank, es waren nur Phantaſiegebilde; jetzt hat ſich aber im Leben ein Verbrechen ereignet, wie ich es kaum zu denken ver⸗ mochte.

Cornelius ward aufmerkſam und Alban erzählte:

Der Graf von Falkenſtein, die Geißel ſeiner Unterthanen und leider unſer Nachbar, hat geſtern