loſigkeit belächelten; jetzt haben ſie den Zorn des Himmels zu büßen, während die ganze Gegend nur den Segen des Gewitters empfing.“
Wirklich war auch die ganze Landſchaft durch die Einführung des von Cornelius empfohlenen leicht her⸗ zuſtellenden Schutzmittels lange Jahre vor dem zůn⸗ denden Blitze verſchont geblieben.
Die ſchöne Theodolinde trat in die Laube und ſchmiegte ſich liebend an den Vater.
„Für ein Obbach iſt geſorgt,“ ſprach das Mäd⸗ chen;„die blaue Stube und die zwei Kammern über der Gärtnerwohnung werden Raum geben.“
„Wohl, meine Tochter,“ erwiederte der Arzt,„und ein gut Abendbrot—?“
„Steht ſchon bereit unter der großen Linde. Hab' auch ein Fläſchchen Wein dazu geſtellt,“ fügte ſie ſchmeichelnd bei;„die Armen werden ermattet ſein von Schreck und Arbeit.“
Cornelius' Auge ruhte mit Wohlgefallen auf den Zügen ſeines Lieblings. Er ſtrich das dunkle Haar von ihrer Stirn; als ein Reiter in die Kaſtanienallee daher ſprengte, bei der Gartenthür abſtieg und den Gang heraufeilte.
Es war Alban, ein kräftiger, ſchöner Jüngling, mit offenem, einnehmendem Geſicht.
„Gott ſei Dank!“ rief er, noch aufgeregt von thätiger Hülfeleiſtung,„das Häuschen iſt zwar zum Guckuck, aber Niemand verunglückt und alle Geräth⸗ ſchaften ſind gerettet. Unſere Leute kamen zur rechten Zeit und haben brav gearbeitet.“
Theodolinde blickte mit ſtiller Liebe auf Alban; aber plötzlich verdunkelte ſich ihr Auge.
„Um Gott!“ rief ſie,„was iſt mit Deiner Hand?“
Der Gefragte zog jetzt ſeinen Arm, den er unter
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