Des Nachmittaggewitter hatte ſich über den Wald zurückgezogen; ein erquickender Sommerabend ruhte über Berg und Thal. In ſeiner Jelängerjelieberlaube, von wo man weit über die Landſchaft hinausſchauen konnte, ſaß Cornelius, der Arzt der Gegend, und ſeine Blicke weilten mit der Ruhe des Weiſen auf der herrlichen Schöpfung. Er hatte den Plato, in welchem er geleſen, zugeſchlagen und erfreute ſich an dem friſchen Grün, an den Farben der ſtillen Blu⸗ men und dem Geſumme der Bienen.
Auf fernem Berge, in der Gegend des Abends, flammte das durch den Blitz entzündete Wohnhaus eines friedlichen Weinbauers. Maleriſch ſtiegen die weißgrauen Wolken zum Abendhimmel weithin, wäh⸗ rend in dem großen Thale die Glocken der Menſchen⸗ freundlichkeit und des Hülferufs ertönten.
Cornelius war der erſte geweſen, der ſeine ſämmt⸗ liche Hausgenoſſenſchaft, ſeinen thätigen und unſich⸗ tigen Pflegeſohn und Famulus Alban an der Spitze, den Hülfsbedürftigen zugeſchickt hatte. Nur er allein und ſeine Tochter Theodolinde waren zurückgeblieben.
„Die Kurzſichtigen,“ ſprach der Arzt,„wie hart ſind ſie beſtraft; ſie ſind die Einzigen, welche meinen Rath, ſich mit der wohlfeilen und leicht herzuſtellen⸗ den Art Blitzableiter zu verſehen, in thörichter Sorg⸗
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