Teil eines Werkes 
17. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
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bezeugungen und brachte es endlich, wiewohl nach vieler Mühe, dahin, daß Hanno wenigſtens verſprach, wieder bei ihm zu eſſen. Die Wohnung konnte er trotz aller Ueberredungsgabe nicht durchſetzen.

Mit Schmerz hatte Lagemann wiederholt die Be⸗ merkung gemacht, daß ſein Begleiter Miene mache, von ihm loszukommen. Er ſchloß hieraus, daß Hanno, der nach ſeiner Berechnung jetzt ein geſuchter Mann war, anderweite Verbindung anzuknüpfen im Begriffe ſtehe. Um ihn alſo mit unauflöslichen Ketten an ſeine Perſon zu ſchließen, gab er ſeinem Herzen einen gewaltſamen Stoß. Er riß ſich ſelbſt, nach heftigem innern Kampfe, zu einer That hin, welche er im Le⸗ ben nicht für möglich gehalten hätte. Als er nämlich mit Hanno an eine Gaſſenecke gelangt war, und die⸗ ſer wieder Miene machte, zu echappiren, faßte er den Heldenſpieler krampfhaft am Arme.

Hanno, raunte er leiſe und vertrauungsvobl, wenn Ihr Geld braucht

Wie Orgelton und Glockenklang tönte dieſes in⸗ haltſchwere Wort in des Heldenſpielers Gehörorgane wieder. Doch war er ſchlau genug und ließ ſich von ſeinem Wohlbehagen nicht das Geringſte merken. Er ſtellte ſich gerührt von ſolcher Freundſchaft, machte ſich ſanft los, drückte Lagemann vielſagend die Hand und verſchwand mit den wohlwollenden Wortendanke wirklich in ein Seitengäßchen.

Dem Magdeburger war es gar nicht recht, daß ihm der Künſtler ſo zeitig entwiſchte. Er war auf Jedermann eiferſüchtig, dem Hanno in's Garn laufen könnte. Doch tröſtete er ſich damit, daß der Kabul⸗ ſche Erbe ihm freundſchaftlich die Hand gedrückt. Er beſchloß, ſeine Freundſchaftsofferten, ſobald er nach Hauſe tine, in erhöhterem Grade fortzuſetzen.

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