Teil eines Werkes 
17. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
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ſich in Gefahr, wenn es das Wohl unſrer Familie betrifft.

Zugeſtanden, verſetzte Frau Felicitas,nur mag ich nicht die Schuld von Jemandes Untergange auf dem Herzen tragen.

Da kann wohl von keiner Schuld die Rede ſein, wenn ſich der Abgeſandte aus freiwilliger Entſchließung zur Reiſe erbietet.

Iſt wohl möglich, aber ich habe hier meine eignen Grundſätze, lieber Lagemann, in denen ich mich nicht wankend machen laſſe.

Der Secretair, welcher dem zeitherigen Geſpräche mit großem Intereſſe gefolgt war, gab ſein Mißfallen an den letzten Worten ſeiner Mutter durch ein ver⸗ nehmbares Brummen zu erkennen.

Lagemann benutzte dieſe aufrühreriſchen Töne, die ihm ſehr ermunternd klangen, zu einem neuen An⸗ griff auf den harten Sinn der Madame Drollinger, ward aber mit gleich unerwünſchtem Erfolge zurück⸗ gewieſen.

In dem Wirthe zur Stadt Magdeburg, nachdem er ſah, daß all' ſeine Bemühungen fruchtlos blieben, ſiegte endlich die urſprüngliche Natur; er wurde grob und verließ die Wohnung der Wittwe nicht in der beſten Laune. Auch Gamaliel griff nach ſeiner Mütze und eilte wuthig in die Berge.

Lagemann war kaum die Wachsbleiche entlang ge⸗ ſchritten, als er die lange Geſtalt des Heldenſpielers erblickte, der ſo eben von einem Advokaten kam, wo er die traurige Gewißheit erhalten, daß mit ſeiner Kabul'ſchen Erbſchaft nichts ſei, denn der Buchſtabe des Codicills laute klar und deutlich, daß das Legat nur dann von Gültigkeit ſei, wenn Madame Hanno, geborne Seekrebs, bei Eröffnung des letzten Willens