Teil eines Werkes 
17. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
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Madame Drollinger hinſichtlich ihrer Abneigung, den Sohn ſo ohne allen Schutz reiſen zu laſſen, vollkom⸗ men bei. Endlich kam er auf den Zweck ſeines Be⸗ ſuchs, nämlich auf die Begleitung ſeinerſeits und die Prozente.

Der Hotelier hätte ſich übrigens den weiten Um⸗ weg und die vielen Worte in gewählten Redensarten erſparen können, denn Felicitas ſah ſehr bald ein, wo Lagemann hinaus wollte. Sein wohlüberdachter Kriegs⸗ plan hatte daher nicht den geringſten Erfolg. Lieber würde Madame Drollinger ihren Sohn allein in die weite Welt geſchickt haben, als in Begleitung dieſes eigennützigen und gemeinen Mannes.

Nein, lieber Lagemann, ſprach ſie mit ernſtem Kopfſchütteln,und wenn alle Schätze Indiens unter der Bedingung mein ſein ſollten, daß mir dieſelben durch einen Familienvater herbeigeſchafft würden, ſo wollte ich lieber auf alles Geld und Gut verzichten, ehe ich das zugäbe, ehe meinetwegen ein Verſorger von Weib und Kind Gefahr liefe. Ich würde wäh⸗ rend der ganzen Reiſe keine ruhige Stunde haben und die ſchreckhafteſten Phantaſien würden ſich meiner Seele bemächtigen. Sollte aber gar das nicht außer dem Berxeiche des Unwahrſcheinlichen liegende Unglück ſich ereignen, daß mein Abgeſandter umkäme, ſo wäre es für immer um die Ruhe meiner Tage geſchehen. Vorwürfe und Gewiſſensbiſſe würden mich ununter⸗ brochen peinigen und der Gedanke an die unglückliche Familie, die ich um den Vater gebracht, den Reſt meines Lebens vergiften.

Beſte Madame Drollinger, erwiederte Lage⸗ mann,der Tod kann unſereinen auch zu Hauſe am eignen Herde überraſchen, und wie gern begiebt man