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ſeine Bedenkzeit noch nicht überſtanden. Bis dahin laſſe ſich noch gar kein gültiger Beſchluß faſſen. Das Collegium ſah die Wahrheit des Geſagten ein und die Sitzung ward aufgehoben.
Dreizehntes Rapitel.
— Vrotz des reichen Erbſegens, der in Niederroßla ein⸗ gezogen war, gab's doch überall Streit und Zwietracht.
Vorerſt im Hauſe der Felicitas, welche ihren Sohn
ſchlechterdings nicht nach Kabul laſſen und ſich gern mit der Hamburger Abfindungsſumme begnügen wollte. Gamaliel träumte hingegen Tag und Nacht von nichts als Palmen und Lotosblumen, Perlen und Goldſand. Er'hatte alle Welt auf ſeiner Seite, darunter die gewichtigſten Autoritäten, wie den Doctor Eiſenbeiß, welcher geſagt hatte:„Wie ungern ich Sie einbüße, lieber Seeretair, ſo liegt doch die Nothwendigkeit Ih⸗ rer Reiſe ſo klar vor, daß ich Ihnen im Geringſten in Ihrem Glücke nicht hinderlich ſein mag.“
Gamaliel hatte die Worte des Doctors zehnmal einer Frau Mutter zu Gemüthe geführt, aber immer vergebens, und außerdem eine Beredtſamkeit gegen die Hartnäckige entfaltet, die oft zur poetiſchen Höhe ſtieg.
„Ich wäre gebrandmarkt für Ewigkeit,“ rief er eines Tages aus,„wenn ich nicht die himmliſche Ge⸗ legenheit benutzte, das ſchöne Morgenland zu ſehen,
ſondern philiſterhaft in Niederroßla auf der Scholle
kleben bliebe.“


