Teil eines Werkes 
17. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
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fachſten Art ſeiner warten. Und wenn wir hundert goldne Krokodille erbten, was ſind ſie gegen ein Men⸗ ſchenleben, gegen das Wohl und Wehe eines conſti⸗ tutionellen Staatsbürgers?

Flaminius replicirte:Von einem Zwange kann hier nicht die Rede ſein, aber wenn wir unſern ver⸗ ehrten Actuar auf die glänzenden Vortheile aufmerkſam zu machen uns bemühen, ſo ihm aus der aſiatiſchen Fahrt zu Theil werden, ſo liegt das keineswegs außer dem Bereiche conſtitutivneller Geſinnung und Geſetz⸗ gebung. Ich hoffe, daß dies auch Ihre Anſicht iſt, meine Herren Senatoren.

Vollkommen, nickten die Andern und warfen dem unermüdlichen Opponenten, der mit ſolchem Eifer gegen ihr Intereſſe ſprach, nicht eben die freundlich⸗ ſten Blicke zu. Schlimper ließ ſich indeß nicht irre machen und fuhr fort, ſeine eonſtitutionellen Anſichten in Anſehen zu erhalten. Zeiſig ſelbſt verhielt ſich ſehr leidend. Nach ſeinem vorigen desperaten Auf⸗ treten ſchien ſeine moraliſche Kraft gebrochen. Das Collegium beſchloß daher, der Actuar ſolle vierund⸗ zwanzig Stunden Bedenkzeit erhalten, worauf man eines Weitern zu verfügen gedenke. Man kam wie⸗ der auf die Atzungskoſten und berechnete, wie hoch wohl der Krokodilltransport von Kabul bis Nieder⸗ roßla ſich belaufen werde. Mit Schrecken hatte man in Erfahrung gebracht, daß der Hofmaler für jeden der übrigen Erben ein Reiſegeld von zweihundert Ducaten niedergelegt hatte. Berechnete man nun auch, daß Zeiſig, bei deſſen weichem Charakter man die Bereitwilligkeit zur Fahrt als gewiß vorausſetzte, äußerſt mäßig lebe, indem er nicht ſelten des Mittags einen halben Häring verzehre und alſo bei weitem* nicht zweihundert Ducaten brauche wie die andern 6