Teil eines Werkes 
17. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
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noch zwei, der Cigarrenfabrikant Gerſtenberger und der Rathsactuar Zeiſig, hinſichtlich derer man noch ungewiß war, ob ſie die Reiſeaverſion der Uebrigen theilten. Als man bei Gerſtenberger anklopfte, ward der Mann ordentlich grob und frug, ob man ſein wohlangebrachtes Geſchäft ruiniren wolle, indem man ihn nach Kabul ſchicke. Seine Anweſenheit ſei un⸗ entbehrlich und ſelbſt für den Fall, daß das ganze Krokodill ſein Eigenthum werde, könne er ſich keinen Schritt vom Hauſe entfernen.

Aber, meine Herren, begann mit großer Be⸗ trübniß der Bürgermeiſter,da es eine unwiderruf⸗ liche Teſtamentsklauſel iſt, daß Einer aus unſrer Mitte nach Aſien wallfahrtet, ſo ſehe ich nicht ein, wie das werden ſoll und wie wir die ſchöne Erbſchaft, die uns doch Allen recht wohl thun würde, acquiriren wollen?

Seine Blicke ſchweiften während dieſer Rede weh⸗ müthig über die Verſammlung und fixirten ſich end⸗ lich auf Zeiſig, der zeither zähneklappernd, an ſeiner Protokollfeder kauend, dageſeſſen hatte. Wie ein ge⸗ fahrdrohendes Donnerwetter war ihm die ganze Ver⸗ handlung zeither erſchienen. Er hatte den Blitz wie⸗ derholt herabfahren und von der Collegenſchaft ab⸗ prallen ſehen. Sein Inſtinkt als geborner Unglücks⸗ vogel ſagte ihm gleich im Anfang, daß der Wetter⸗ ſtrahl zu guterletzt ihn treffen und zermalmen werde.

Wie der Unglückliche geahnet, ſo geſchah es; Fla⸗ minius richtete jetzt ſeine Rede an ſeinen Actuar, einem Manne, der halb aus Aengſtlichkeit und halb aus Höflichkeit zuſammengeſetzt war, der äußerſt ſelten und ſeinem geſtrengen Principal, dem Bürgermeiſter, nie widerſprach; deſſen Stellung faſt ganz vom Rathscollegio abhängig und der daher gezwungen war, ſich faſt ſclaviſch dem Willen deſſelben zu fügen.

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