legenheiten, die nie ſo verwickelt ſich herausſtellten wie in der Gegenwart, machen meine perſönliche An⸗ weſenheit mehr denn je unerläßlich. Sie werden dies einſehen, meine Herren Senatoren.“
Obſchon es faſt kein Einziger einſah, ſo hatte man doch nicht den Muth, es gerade heraus zu ſagen.
„Auch ſcheint mir,“ ſprach Flaminius weiter, „daß Erblaſſer, dem aus ſeiner Jugendzeit die hie⸗ ſigen Verhältniſſe nicht unbekannt ſind, unter dem „Membrum“ nur einen der Herren Senatoren ver⸗ ſtanden hat. Bei ſeiner Vorliebe ſür Niederroßla, die ſich ſo offenkundig herausſtellt, iſt faſt als gewiß anzunehmen, daß es nicht in ſeinem Willen gelegen, dieſe geliebte Stadt auf längere Zeit ihres Hauptes zu berauben.“
Den Senatoren ſchien dies einzuleuchten, ſie er⸗ wiederten Nichts..
„Alſo bitte ich, die wichtige Sache zur Entſchei⸗ dung zu bringen, es iſt keine Zeit zu verlieren, wenn wir dieſes Jahr noch zum Ziele gelangen wollen. Ich lebe noch immer in der frohen Hoffnung, daß ſich einer unter uns aus freien Stücken zur Reiſe entſchließen wird. Sie iſt nicht ohne Annehmlichkeit. Man bekommt ein groß Stück Welt zu ſehen, erhält Gelegenheit, die mannigfachſten Sitten und Gebräuche kennen zu lernen. Der glückliche Voyageur bedenke, was er nach ſeiner Heimkehr erzählen kann, abgeſehen von dem ganz beſondern Verdienſte, das er ſich um das geſammte Rathscollegium erwirbt.“
Die frohe Hoffnung des Herrn Bürgermeiſters ſchien indeß nicht in Erfüllung zu gehen und die er⸗ wähnten Annehmlichkeiten der Reiſe keinen ermun⸗ ternden Anklang zu finden. Vergebens überſchauten die Blicke des Flaminius der Reihe nach die Rath⸗


