Teil eines Werkes 
17. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
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portkoſten aus eignen Mitteln zu beſtreiten, da Herr Siebecke und Comp. mit den hierzu erforderlichen Fonds nicht verſehen, wie bei den andern Legataren der Fall iſt.“

Die Rathmänner hatten den letzten Theil der Vor⸗ leſung mit weit weniger Vergnügen vernommen, als den erſtern, und es trat, nachdem der Bürgermeiſter geendet, eine große Pauſe ein, welche allgemeines Nach⸗ denken zu verrathen ſchien. Herr Flaminius fuhr fort:

„Meine Herren,“ ſprach er,„wie groß das Glück iſt, ſo uns auf ſo unerwartete Weiſe durch dieſe Erb⸗ ſchaft zu Theil geworden, und zu wie hohem Danke ſie uns gegen den edeln Haſſan⸗ben⸗Mullah verppflich⸗ tet, ſo ſehen Sie doch auf der andern Seite ein, daß die Acquiſitivn des Erbtheils nicht mit geringen Schwierigkeiten verbunden iſt.“

„Das ſehen wir,“ geſtanden die Senatoren mit Einem Munde.

„So viel iſt eins,“ fuhr das Haupt der Bürger⸗ gerſchaft fort,„einer aus unſrer Mitte muß nach Kabul, ſonſt ſuccediren die Derwiſche.“

„Sonſt ſuecediren die Derwiſche,“ erwiederten die Rathmänner im Chor.

„Und das dürfen wir nun und nimmer zugeben,“ rief Flaminius energiſch.

„Nun und nimmer!“ tönte es eben ſo herzhaft rings um den Seſſionstiſch.

„Aber wer ſoll reiſen? Das iſt die Frage!“

„Das iſt die Frage,“ antwortete der Chor.

„Gern würde ich mich ſelbſt zur Weltfahrt ent⸗ ſchließen,“ fuhr der Bürgermeiſter fort,„wenn es das allgemeine Beſte gilt, ſtehe ich nie zurück, das iſt bekannt; aber meine Stellung als Conſul dirigens, die mannigfachen Wirren in unſern ſtädtiſchen Ange⸗