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Kämmereiverwalter Tambour, dem Horndrechsler Matze, auch der Baumeiſter genannt, weil ihm die Sorge der ſtädtiſchen Bauten oblag, ferner aus dem Mützen⸗ macher Kabel, dem Taback⸗ und Cigarrenhändler Ger⸗ ſtenberger und dem Drahtzieher Schlimper.
Es währte lange, ehe man zum Sitzen, geſchweige zum Delibriren kam. Kabel, der Mützenmacher, ein Sanguiniker, welcher überdies bei der Nachricht von dem Krokodill, wovon auch ihm eine Parcelle zufal⸗ len ſollte, in aller Haſt und Freude eine Flaſche Rothwein getrunken, umarmte, mit Ausnahme des Bürgermeiſters, welcher noch nicht zugegen war, den ſämmtlichen Rath und ſchwur feierlichſt, daß, wenn man das Krokodill chriſtlich theile, und ihm ſeinen Theil nicht zu knapp zumeſſe, er das Pfeifergäßchen, worin man bei naſſer Witterung zum Erbarmen bis an die Kniee einſinke, zum Ruhm Niederroßla's auf eigne Koſten pflaſtern laſſen wolle. Dann verſicherte er jeden ſeiner Collegen ſeiner beſondern Freundſchaft und Gönnerſchaft und umarmte die Rathsverſamm⸗ lung zum zweiten Male, der Reihe nach.
Der Goldwerth des Krokodills war faſt der allei⸗ nige Gegenſtand des Geſprächs; Tambour, der um⸗ ſichtige Kämmerer, ſchlug vor, das Thier einem Könige anzubieten, der bezahle außer dem Gehalte auch die Kunſt und man brauche es nicht einzuſchmelzen. Schlimper, der Drahtzieher und Patrivt, war der Meinung, das morgenländiſche Erbe der Stadt zu verehren, als Denkmal hochherziger Begeiſterung des Rathes gegen ſeine Bürgerſchaft. Nur in Zeiten der höchſten Noth ſolle für's Beſte der Stadt zum Kro⸗ kodille die Zuflucht genommen werden. Die übrigen Rathsmitglieder wollten aber von ſolch einem Denk⸗ mal hochherziger Begeiſterung ſchlechterdings nichts


